Positive Bilanz für Busse und Bahnen im VVO

Einnahmesteigerung von 3,7 Prozent – die Mehreinnahmen resultieren unter anderem aus der Tarifanpassung im November 2011 und dem Zuwachs an Stammkunden. +++

Der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (Z-VOE) hat in seiner heutigen Verbandsversammlung eine positive Jahresbilanz gezogen. Die Qualitätsstrategie des VVO konnte auch 2012 fortgesetzt werden. „Mit Projekten wie der Einführung des rechnergestützten Betriebsleitsystem im Regionalbusverkehr, aber auch dem Beschluss zum Bau der Bahnverbindung zwischen Sebnitz und Dolní Poustevna haben wir für den Nahverkehr in Dresden und der Region neue Impulse gesetzt“ sagte Landrat Arndt Steinbach, Verbandsvorsitzender des Z-VOE. Die Fahrgäste haben die hohe Qualität des Nahverkehrs auch in diesem Jahr honoriert und sind vermehrt auf Busse und Bahnen umgestiegen.

„Bereinigt um den Kirchentag, der im vergangenen Jahr zu außerordentlichen Mehreinnahmen führte, wird für das Jahr 2012 eine Einnahmesteigerung von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet“, erläuterte Arndt Steinbach. „Auch die Anzahl der Fahrgäste konnte erneut leicht gesteigert werden. Die Verkehrsunternehmen werden voraussichtlich bis Jahresende rund 204,8 Millionen Fahrgäste in ihren Fahrzeugen befördert haben. Der VVO dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den 13 Unternehmen für die in diesem Jahr geleistete Arbeit.“

Die Mehreinnahmen resultieren unter anderem aus der Tarifanpassung im November 2011 und dem Zuwachs an Stammkunden. Die Zahl der Nutzer von Jahres- und Abo-Monatskarten stieg verbundweit um über vier Prozent an. Verantwortlich für die positive Stammkundenentwicklung ist vor allem der Abschluss des Jobticketvertrags für die Bediensteten des Freistaats, aber auch neue Verträge mit zahlreichen Unternehmen in Dresden und der Region Oberelbe. Durch die intensive Vermarktung durch die DVB AG und die DB Regio AG konnten 2012 weitere 24 Firmen gewonnen werden, die ihren Mitarbeitern ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Insgesamt wurden im laufenden Jahr bereits über 4.100 neue Kunden für das Jobticket gewonnen. Derzeit nutzen rund 12.800 Beschäftigte im Nahverkehrsraum Oberelbe das Ticket für den Weg zur Arbeit und auch darüber hinaus.

Nahverkehrsbestellungen 2013

Die Verbandsversammlung hat heute den Haushalt für das kommende Jahr beschlossen. Insgesamt sind Ausgaben in Höhe von 103,9 Millionen Euro vorgesehen, davon 89,4 Millionen für die Bestellung von Zügen und Busleistungen im VVO. „Auch im kommenden Jahr können die Fahrgäste im VVO auf ein gutes Zugangebot zurückgreifen. Abbestellungen, die es in anderen Regionen Deutschlands gegeben hat, konnten vermieden werden“ betonte Arndt Steinbach. „Darüber hinaus werden wir auch im kommenden Jahr die Qualität weiter steigen: Im Juni geht das Elbe-Elster-Netz in Betrieb. Dann profitieren auch die Fahrgäste zwischen Dresden, Cottbus, Hoyerswerda und Elsterwerda von neuen klimatisierten Fahrzeugen mit Niederflurbereichen, die ohne Stufe zu erreichen sind. Mit der Betriebsaufnahme führt die DB Regio dann auch auf diesen Strecken die VVO-Kundengarantien ein“. 

Für die Finanzierung des einheitlichen Verbundtarifs stehen im kommenden Jahr rund 7,1 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dieser Summe gleicht der Z-VOE den Verkehrsunternehmen die ihnen durch den einheitlichen Tarif entstehenden Mindereinnahmen aus. Für den regionalen Busverkehr plant der Z-VOE Aufwendungen von 1,3 Millionen Euro ein. Der Nachtbusverkehr, der Dresden am Wochenende mit den Städten des Umlandes verbindet, ist im Jahr 2013 mit einem Volumen in Höhe von 0,2 Mio. Euro im Haushalt eingeplant.

Investitionen  

Investitionsprojekte des VVO zur Verbesserung der Nahverkehrsinfrastruktur wurden auch in diesem Jahr fortgesetzt. Durch die Förderung durch den Freistaat Sachsen konnten gemeinsam mit den Landkreisen und Kommunen Baumaßnahmen in Freital-Hainsberg, Gröditz, Großröhrsdorf, Meißen, Klingenberg-Colmnitz und Weixdorf gestartet werden. Nach der vorgesehenen Fertigstellung dieser Projekte im kommenden Jahr wurden bereits 66 Projekte im Rahmen der Infrastrukturprogramme realisiert. Das bisherige Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei über 60 Mio. Euro.

Aufgrund der angespannten Haushaltslage sinken die Investitionen des Z-VOE in neue Verkehrsinfrastruktur im Jahr 2013 leicht auf rund 1 Million Euro. Im Laufe des Jahres ist unter anderem der Umbau von Haltestellen in Dresden und Riesa vorgesehen. Am Bahnhof Meißen sind neben dem Bau des Busbahnhofes in einem zweiten Bauabschnitt ab 2013 die Erweiterung des P+R-Platzes auf 153 Plätze, die Einrichtung von Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und die umfassende Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes geplant. 

Vergabe Dieselnetz

Der Z-VOE hat in seiner Sitzung am 1. Dezember 2011 beschlossen, das Dieselnetz des VVO in seiner heutigen Form auszuschreiben und zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 neu zu vergeben. Das Dieselnetz umfasst die Strecken Dresden – Königsbrück, Dresden – Kamenz, Heidenau – Altenberg sowie Pirna – Neustadt – Bad Schandau. Das jährliche Verkehrsvolumen liegt bei rund 1,7 Millionen Zug-Kilometern. Der VVO hatte den Weg der Vergabe im europaweiten Wettbewerb gewählt, um wirtschaftliche Angebote zu erhalten und hohe Standards zu Qualität und Kundenorientierung vorgeben zu können. Heute wurde in der Versammlung über den beabsichtigten Zuschlag für die SPNV-Leistungen im Dieselnetz entschieden.
 
Der Beschluss fiel zugunsten der bereits heute auf diesen Strecken tätigen Städtebahn Sachsen GmbH. „Wir sind mit der Städtebahn sehr zufrieden und freuen uns, dass sich das mittelständische Unternehmen mit einem guten Preis durchsetzen konnte“, unterstrich Arndt Steinbach. Trotz der Risiken aus der neuen Finanzierungsverordnung (FinVO) und der zum Teil kritischen Einstufung der Strecken durch das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) bekennt sich der Z-VOE langfristig zu den regionalen Bahnverbindungen. So sind alleine auf der Strecke zwischen Dresden und Kamenz an Werktagen über 3.500 Fahrgäste unterwegs. Der neue Verkehrsvertrag tritt im Dezember 2014 in Kraft und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Über die Vertragslaufzeit wird der Z-VOE die Verkehrsleistungen mit rund 225 Millionen Euro bezuschussen. Eine Einspruchsfrist gegen die Vergabeentscheidung läuft bis 8. Dezember 2012.
 
Finanzierung des Nahverkehrs

Der Haushalt des Z-VOE wird im kommenden Jahr durch die Steigerung der Stationspreise im Verbundgebiet belastet. „Nach den teilweise deutlichen Kostensenkungen in den vergangenen zwei Jahren hatten wir für 2013 Preissteigerungen eingeplant“ erläutert Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO. „Allerdings sind die Preise zur Nutzung der Bahnhöfe und Haltepunkte im VVO um durchschnittlich acht Prozent angehoben worden“.

Im Gegensatz zu den Infrastrukturkosten werden Regionalisierungsmittel des Bundes, die den Zweckverbänden für die Bestellung des Nahverkehrs zur Verfügung stehen, jährlich nur um 1,5 Prozent angehoben. Der Anteil der Infrastrukturkosten an den Gesamtausgaben im öffentlichen Nahverkehr steigt somit überproportional an. Besonders bei stark genutzten Bahnhöfen wachsen die Kosten deutlich. So wird der Halt eines Zuges in Dresden Mitte um 55 Prozent teurer: Statt 1,52 Euro sind im kommenden Jahr 2,36 Euro an DB Station & Service zu zahlen. Die Kosten für den Halt eines Zuges am Dresdner Hauptbahnhof steigen von 26,43 Euro auf 32,25 Euro. Die steigenden Kosten für die Infrastruktur kann der Z-VOE durch die Ausschreibungen der Verkehrsleistungen zum Teil ausgleichen. „Der Wettbewerb im Nahverkehr führt zu besseren Angeboten für den Kunden und zu stabilen Kosten für die Zweckverbände. Insbesondere vor dem Hintergrund langfristiger Verkehrsverträge, die zur Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs beitragen, ist es für den Zweckverband wichtig, vom SMWA langfristige Zusagen zur Finanzierung des Nahverkehrs in Sachsen zu erhalten“, betonte Burkhard Ehlen.

„Die hohe Qualität des Nahverkehrs im Ballungsraum Dresden und der Region Oberelbe hat zu einer spürbar steigenden Nachfrage geführt, die sich auch in höheren Einnahmen niederschlägt. Diese positive Entwicklung möchten wir gemeinsam mit dem Freistaat, den Landkreisen, Kommunen und den Verkehrsunternehmen auch in Zukunft fortsetzen.“

Quelle: Verkehrsverbund Oberelbe GmbH

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