Post-Streik trifft auch Sachsen – Große Demo in Leipzig

Mehr als 1000 Beschäftigte aus ganz Mitteldeutschland kamen am Donnerstag zur Streik-Demo. Laut Gewerkschaft ver.di bleiben viele Briefe und Pakete liegen.  Die Post geht davon aus, dass fast alle Sendungen rechtzeitig ankommen.  +++

Seit Montag sind die Mitarbeiter der Deutschen Post aufgerufen die Arbeit niederlzulegen. Und immer mehr Beschäftigte schließen sich an. Am Donnerstag trafen sich hunderte Mitarbeiter unter anderem aus Leipzig, Dresden, Chemnitz und Zwickau zur großen Streikdemo in Leipzig. Bei vielen Sachsen wächst unterdessen die Unsicherheit. Viele Fragen sich: Wer streikt denn nun eigentlich genau, aus welchen Gründen wird gestreikt und was hat das für Folgen? Wir bringen Licht ins Dunkel.

In vielen Briefkästen in Sachsen sieht es derzeit leer aus…. davon geht zumindest die Gewerkschaft ver.di aus. Grund ist der laufende Tarifstreit bei der Post. ver.di fordert für die Beschäftigten zweieinhalb Stunden weniger Arbeitszeit in der Woche, und das bei vollem Lohnausgleich. Außerdem wirft die Gewerkschaft der Deutschen Post Vertragsbruch vor, weil der Konzern die Paketzustellung auslagern möchte um bei den Löhnen zu sparen. Beschäftigte aus ganz Mitteldeustchland sind deshalb am Donnerstag zur Demo nach Leipzig gekommen. Laut Post Sprecherin Tina Birke macht sich der Streik zwar bemerkbar, die Auswirkungen seien aber beiweitem nicht so groß, wie Ver.di sie sich vielleicht wünscht.

Trotzdem kann es sein, dass der ein oder andere Brief etwas länger liegen bleibt, auch Paketsendungen können betroffen sein. Leidtragende sind letztendlich wie so oft die Bürger. Viele wissen nicht, ob wichtige Postsendungen rechtzeitig ankommen und wer im Ernstfall dafür gerade stehen muss. Die Verbraucherzentrale erklärt: Wer Rechnungen später bekommt oder einen Umtausch abwickeln muss, braucht sich kaum Sorgen zu machen. Bei wichtigen Unterlagen (z.B. für das Finanzamt) muss der Absender aber selbst sicherstellen, dass diese rechtzeitig ankommen. Der Streik ist dann keine Ausrede. 
Wer mehr zu möglicher verspäteter Postzustellung und den Folgen erfahren möchte, kann sich gern an die Verbraucherzentralen wenden. Die Berater sind vorbereitet – in den nächsten Tagen werden zahlreiche Nachfragen erwartet. Denn ein Ende des Streiks ist vorerst nicht in Sicht.

Der Ton im Tarifstreit wird übrigens immer härter. Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Vorwürfe wiederholt, die Post würde Mitarbeitern drohen, dass ihre Arbeitsverträge nicht verlängert werden, wenn sie sich am Streik beteiligen. Post-Chef Frank Appel bezeichnet diese Aussagen erneut als falsch und rufschädigend.