Präsident der Landeskirche äußert sich zu Bischof-Rücktritt

Dresden - Was nun - lieber Präsident? Der beurlaubte Landesbischof Carsten Rentzing war durch seine private Vergangenheit negativ aufgefallen. In seiner Studentenzeit veröffentlichte er Texte mit rechtsextremer Gesinnung. Wie geht es nun nach dem Rücktritt Rentzings weiter in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens? Der neue Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, hat eine eindeutige Meinung dazu.

Hans-Peter Vollbach äußert sich im Interview zu dem angekündigten Rücktritt von Landesbischof Dr. Rentzing. Die Entwicklungen und Debatten der letzten Tage und Wochen hätten in der Landeskirche große Betroffenheit ausgelöst. Über die Annahme des Rücktritts und die Wahl eines Nachfolgers müsse zunächst die Kirchenleitung beraten und entscheiden. Für zukünftige Kandidaten sichert er eine genauere Überprüfung zu.

Erst Mitte Oktober wurde Hans-Peter Vollbach in sein neues Amt als Präsident des sächsischen Landeskirchenamtes eingeführt. Seine große Aufgabe ist die Strukturreform. Gemeinden sollen künftig größer gefasst werden. Außerdem soll in der Kirche ein neuer Kommunikationsstil etabliert werden: 

"Ich wünsche mir für meine Amtszeit, dass wir miteinander ins Gespräch kommen, unterschiedliche Positionen aushalten und miteinander fröhlich Kirche sind - fröhlich und gemeinsam", so Präsident Vollbach.

Vollbach war bereits von 2004 bis 2006 als Referent für Dienst-, Besoldungs- und Versorgungsrecht im sächsischen Landeskirchenamt tätig. 2006 wechselte er aus Dresden in das Landeskirchenamt nach Braunschweig und übernahm die Leitung der dortigen Rechtsabteilung. Dort war er Oberlandeskirchenrat und Mitglied des Landeskirchenamtes der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig, wo er auch das Landeskirchenamt in der dortigen Kirchenregierung vertrat. 

Am 26. April 1971 in Schlema bei Aue geboren, wuchs Vollbach nach dem Pfarramtswechsel seines Vaters im Pfarrhaus in Leipzig-Plagwitz auf.