Präventionsprojekt zu häuslicher Gewalt gegen Männer

Sachsen – Interventionsstellen in Sachsen betreuen Männer und Jungen die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. In Leipzig und Dresden können sie seit Anfang Februar nun auch im Notfall in anonymen Wohnungen untergebracht werden.

Männer gelten in unserer Gesellschaft immer noch als das „starke“ Geschlecht. Doch auch sie sind von häuslicher Gewalt betroffen. Die Koordinierungs-und Interventionsstellen in Sachsen werden in immer stärkerem Maße auch von Männern in Anspruch genommen. So registrierte die sächsische Polizei 2015 rund 1700 männliche Opfer häuslicher Übergriffe. Trotzdem wird das Thema in der Öffentlichkeit meist totgeschwiegen.

„Das liegt in der männlichen Sozialisation begründet, dass Männer eben stark sein sollen, rational, geradlinig und eben auch autonom.Es kommt noch dazu, dass Männer oft eine schlechte Selbstwahrnehmung haben und wenig mit ihrem eigenen Körper in Verbindung stehen“, erklärt Sascha Möckel, Vorstand des Männernetzwerk Dresden e.V.

Seit Anfang Februar gibt es in Sachsen nun zwei Männerschutzwohnungen, die Opfern und eventuell auch deren Kindern einen anonymen Zufluchtsort bieten. In Dresden und Leipzig wird nun jeweils eine Wohnung mit drei Plätzen zur Verfügung gestellt. Die beiden Wohnungen werden als Pilotprojekt bis Ende 2018 vollständig aus Landesmitteln mit rund 65.000 Euro jährlich über die Förderrichtlinie Chancengleichheit finanziert. Gemeinsam mit einer psychosozialen Beratung wird den Männern so eine gewaltfreie Zukunft ermöglicht. Mit der Kampagne „Gib dich nicht geschlagen“ sollen Männer und deren Umfeld informiert und für das Thema „Häusliche Gewalt“ sensibilisiert werden.