Promilesen – Literaturabend im Zeichen der Macht

Dresden - „Lesen verbindet - Menschen und ihre Bücher“ - Unter diesem Titel stellten am Mittwochabend vier bekannte Persönlichkeiten im Dresdner Kulturpalast jeweils ein Buch vor, dass sie besonders geprägt hat.

Mit dem Buch „Hitler's Frauen“ eröffnete Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange den Literaturabend „Lesen verbindet“ im Dresdner Kulturpalast. Das Werk von Erich Schaake liefert einen Einblick in das Privatleben des Diktators Adolf Hitler und beschäftigt die Politikerin noch heute. "Für mich ist es nach wie vor ein Phänomen, wie Menschen diesem Diktator hinterhergelaufen sind - gerade in diesem engen Umfeld von ihm. Frauen, die ihn vergöttert und auf einen Thron gehoben haben und ihm im wahrsten Sinne des Wortes die Macht gefestigt haben, sei es durch Geld oder Beziehungen. Es ist interessant zu lesen, wie dieser Mann die Frauen in seinen Bann gezogen hat und sie deshalb nicht erkannt haben, was er für ein Mann ist und was er in der Weltgeschichte anrichtet", sagte die Ministerin im Rahmen der Veranstaltung.

Im gut gefüllten Foyer der städtischen Bibliotheken erhielten die Vorlesenden jeweils 15 Minuten Zeit ihre Bücher vorzustellen. So las Journalist Michael Bartsch aus „Alles was wir geben mussten“ des frisch gebackenen Literaturnobelpreisträgers Kazuo Ishiguro. Thomas Kübler, der seit mehr als zwei Jahrzehnten das Dresdner Stadtarchiv leitet, stellte mit Klaus Manns „Mephisto“ einen historisch geprägten Roman vor. Gespannt folgten die Gäste auch der Kabarettistin Birgit Schaller. Sie las aus Julie Zehs „Unterleuten."

© Sachsen Fernsehen
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Das Stichwort „Macht“ wurde auch in der abschließenden Diskussionsrunde aufgegriffen. Denn dieses zog sich durch alle vorgestellten Bücher des Abends. Die vom gemeinnützigen Verein Atticus organisierte Veranstaltung fand bereits zum zweiten Mal statt. Der nächste Literaturabend ist Anfang des kommenden Jahres geplant.