Prostituiertenmord wird verhandelt

Chemnitz – Am Landgericht Chemnitz hat am Dienstag der Mordprozess im Fall der auf dem Sonnenberg getöteten Prostituierten begonnen.

Die ungarische Prostituierte Noëmi M. (†25), die unter dem Namen „Nelly“ im Stadtteil Sonnenberg arbeitete, wurde am 31. Oktober 2016 in einer Wohnung auf der Zietenstraße niedergestochen aufgefunden.
Der Tat angeklagt ist ihr Landsmann Richard B. (20), der als Zuhälter arbeitete.

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte am 29. Oktober 2016 81 mal auf sein Opfer eingestochen haben, davon 45 mal in Kopf und Hals. Anschließend habe er Zigaretten geraucht, geduscht und 400 Euro und zwei goldene Ringe der Toten an sich genommen.

Der Hintergrund der Tat ist bisher völlig unklar. Richard B. flüchtete nach der Tat nach Ungarn. Die Polizei fahndete mit einem internationalen Haftbefehl nach dem verdächtigen. Am 6. Januar 2017 wurde er in Ungarn festgenommen und nach Deutschland überführt.

Am kommenden Montag soll der Prozess fortgesetzt werden. Dann soll sich auch der Angeklagte Richard B. zum Tatvorwurf äußern. Bei einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht – denn er war bei der Tat erst 19 Jahre – erwartet ihn eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.