Protest-Aktion der Welterbebewegung Dresden anlässlich Einschwimmen der Waldschlößchenbrücke

Am Samstagnachmittag will das Netzwerk der Welterbebewegung Dresden auf der Neustädter Seite mit “aktivem Gedenken“ auf die Zerstörung des Unesco Welterbes in Dresden hinweisen. +++

Mitteilung des Netzwerks der Welterbebewegung Dresden, Dresden den 17.12.2010

Mit dem Einschwimmen des Brückenbogens am Waldschlösschen wird der physische Akt der Zerstörung des Welterbes Dresdner Elbtal endgültig vollzogen und der tiefe Riss der sich durch die Dresdner Stadtgesellschaft zieht dauerhaft betoniert. Diese kulturpolitische Barbarei, die in der Aberkennung des Unesco Welterbetitels für Dresden gipfelte, bleibt in ihrer ganzen Dramatik weltweit einmalig und leider im doppelten Sinne unerhört.

Obwohl das OVG in Bautzen jüngst feststellte, dass der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Brücke möglicherweise nicht rechtens ist, es durch die Nicht-Rechtmäßigkeit der Planfeststellung sogar zu einem Rückbau der Brücke kommen kann, schafft das Dresdner Rathaus und die CDU wie immer vermeintlich unumkehrbare Tatsachen.Im Unterschied zum Bahnhof Stuttgart hätte es in Dresden jederzeit die Möglichkeit gegeben, mit Hilfe wirklicher Kompromisse (Tunnel und Fußängerbrücke) eine von großen Teilen der Bevölkerung akzeptierte Lösung zu finden, die auch das Welterbe in Dresden erhalten hätte. Dass dies allein aus parteipolitischen Gründen nicht gewollt wurde, wiegt vor dem Hintergrund des verlorenen Welterbes um so schwerer. 

Thomas Löser sagte in diesem Zusammenhang:“Es kann eine Stadt wie Dresden, in der so bedeutendes für die abendländische Kulturgeschichte geleistet wurde, in ihrem Selbstverständnis nur zu tiefst verstören, wenn ein solcher Frevel von der Mehrheit der Bevölkerung scheinbar unwidersprochen hingenommen wird.All jenen Dresdnern, die sich heute am Hochfahren und Absenken und Hin-und Herschieben einer Stahlkonstruktion von der Anmutung eines Autobahnzubringers ergötzen, sei gesagt, dass sie mit ihrer kindlichen Freude dabei zusehen, wíe ein Welterbe der Menschheit politisch gewollt zerstört wird.

„Die Welterbewegung wird den Tag des Einschwimmens des Brückenbogens mit verschieden Aktion begleiten, in denen wir unserer Trauer und unserem Protest in Würde Ausdruck verleihen.

Ab Sonnabend 14.00 Uhr bis ca. 15.00 werden wir auf der Neustädter Seite mit „aktivem Gedenken“ auf die Zerstörung des Unesco Welterbes in Dresden hinweisen und anwesenden Dresdnern und Medienvertetern die Tragweite dieses Ereignisses deutlich machen.

Quelle: Netzwerk Welterbebewegung Dresden

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!