Protestcamp in Chemnitz

Seit mehr als 10 Monaten warten Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak  in Chemnitz auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge.

Um auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen, errichteten sie vor knapp einer Woche ein Protestcamp vor den Toren der Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Ebersdorf.

Zwischen zwanzig und dreißig Männer harrten bei Wind und Wetter in den Zelten und Pavillions aus.

Nun scheint endlich Bewegung in die ungewisse Situation der Asylbewerber zu kommen.

In einem Gespräch zwischen Vertretern und Unterstützern des Protestcamps mit dem „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ wurden unter anderem die Gründe für die langen Bearbeitungszeiten erklärt.

Interview: Petra Zais (Bündnis 90/Die Grünen), Sächsische Landtagsabgeordnete

Für die Asylbewerber war bereits die Flucht vor dem Krieg und der Weg nach Deutschland lang und beschwerlich.

Die monatelange Verzögerung bei der Bearbeitung ihrer Asylanträge zerrt zusätzlich an ihren Kräften und Nerven.

Denn für die meisten hängt davon nicht nur das eigene Schicksal ab.

Viele mussten ihre Familien in der Ungewissheit des Krieges zurücklassen.

So auch der Syrier Rami Falah – er musste ohne seine Frau und seinen zweijährigen Sohn aus der Heimat fliehen.

Interview: Rami Falah, Flüchtling aus Syrien

Wünsche wie dieser stehen auch auf den Plakaten, die entlang des Protestcamps aufgehängt wurden.

Diese sollen deutlich machen, wie ernst die Situation für die Flüchtlinge ist.

Auch zahlreiche Chemnitzer unterstützen deshalb die Asylbewerber beim Kampf um schnellere Bearbeitungszeiten.

Interview: Dennis Aigner, Grüne Jugend Chemnitz

Laut „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ sollen die Asylanträge der Flüchtlinge nun in den kommenden Wochen vorrangig bearbeitet werden.

Die Genehmigung für das Protestcamp läuft am Mittwochabend 20 Uhr ab.

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