Proteste gegen den Ausbau des Leipziger Floßgrabens gehen weiter

Für Mittwoch um 16 Uhr ist die Übergabe der Unterschriftenlisten, die sich gegen den Ausbau des Floßgrabens wenden, in der Landesdirektion Leipzig angesetzt. Gleichzeitig übergeben die Umweltverbände ihre Stellungnahmen zum Verfahren zur Schiffbarkeitsmachung des Kurs 1 (Leipziger Stadthafen zum Cospudener See; über den Floßgraben). Lesen Sie bei LEIPZIG FERNSEHEN Online, warum die Initiative für den Floßgraben kämpft und sich die Leipziger Bürger laut Michael Dech an den Protesten am Mittwoch beteiligen sollten:

Außerdem nutzen diesen Termin noch andere Initiativen und Vereine aus Leipzig, um ihre eigenen Unterschriftenlisten zu übergeben. Beipielsweise die Bürgerinitiative „Schutz Cospudener See“ oder die Kanuverbände.
 
Zum Termin am Mittwoch, um 16 Uhr werden sich vor der Landesdirektion zahlreiche Bürger, Vereine und Bürgerinitiativen einfinden und ihrem Unmut Luft machen, so Michael Dech von der Initiative gegen den Ausbau des Floßgrabens .
 
Es ist ein kollosaler Unsinn, eine Schiffbarkeitsmachung für den Floßgraben durchzuführen. Das Gewässer, auf dem 2 europäische Schutzkategorien liegen, ist nur 6m breit – an manchen Stellen nur 4m. Für viele Paddler ist es der „Amazonas von Leipzig“. Es ist unter den gegebenen natürlichen Umständen nicht möglich, dass dort Motorboote fahren – egal ob mit Diesel- oder Elektroantrieb. Stellt sich ein 6 oder 8m langes „Leipzig-Boot“ quer, kommt es zu Staus und die Ufer werden beschädigt. Was ist mit den zahlreichen extremen Kurven? Was ist mit Gewässertiefe von nur wenigen Zentimetern? Was ist mit den Bäumen, die ins Ufer ragen? Ich könnte noch zahlreiche Gründe aufzählen, die deutlich machen, dass der Fluss komplett ausgebaut werden müsste. Diese teure Maßnahme entwertet das Schutzgebiet und verdrängt streng geschützte Tierarten, von denen der Eisvogel nur die Spitze darstellt. Es würde zur reinen Wasserstraße „umkonstruiert“ werden. Es würden jährlich immense Kosten aufgebracht werden, um die Schiffbarkeit zu gewährleisten. Fragen Sie mal beim Amt für Gewässer und Stadtgrün nach, wie teuer eine Unterhaltungsmaßnahme eines Flusses ist. Es ist ein Unding, dass so etwas hier in Leipzig stattfinden soll. Zahlreiche Paddler würden verdrängt werden. Alle Kanuverbände sind gegen die Motorboote. Zahlreiche Bürger würden sich von Motorbooten im Auwald und an den Seen gestört fühlen: Fahren Motorboote durch den Floßgraben zum Cospudener See, dann müssten sie durch die Lauer fahren. Kennen Sie dieses Natur- und Badegewässer? Es herrscht dort eine selten ruhige und entspannte Atmosphäre. Anders als am Cospudener See. Glauben Sie, dass es sich die Bürger gefallen lassen werden, wenn dort Motorboote fahren würden? Was ist mit den Gelegezonen der Brutvögel? Mit deren Jungtieren? Was ist mit badenden Menschen? Mit Kindern?
 
Es geht beim Bürgerprotest darum, dass hier ein wertvolles Fleckchen Natur den Interessen einiger weniger geopfert wird. Es geht hier darum, dass der Lärm aus der Stadt durch den Auwald in den Süden auf die Gewässer gebracht werden würde. Und dass dies eine Zumutung für Hunderttausende Badegäste darstellen würde. Es ist nicht glaubhaft, wenn die Befürworter der Motorboote behaupten, dass dadurch Geld in die Kassen kommt, wenn Motorboote vom Stadthafen bis zum Cospudener See und Zwenkauer See fahren können. Das Gegenteil wird der Fall sein.  
 
In Sachen Floßgraben ist es ein Zugeständnis der Umweltverbände an die Stadt, dass sie sich nicht gegen den immens ansteigenden Paddelverkehr im Floßgraben wehren. Denn die Zunahme (sowie die geplanten Baumaßnahmen für die Paddler) birgt Gefahren für den Bestand des Eisvogels und anderer Vogelarten. Aber bei Motorbooten hört der Spaß auf: Dies verdrängt den blau-rot schillernden Eisvogel für immer.   
 
Würde man eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen, dann würde jedem schnell klar werden, was die geplanten Maßnahmen mit Ihren jährlichen Kosten sowie der Stress für Paddler, Badende, Erholungsuchende und Tiere für eine negative Wirkung haben würden.