Prozess gegen Benjamin H. geht nur stockend voran

Auch am vierten Prozesstag gestaltete sich die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Elsterflutbettmörder Benjamin H. als schwierig. +++

Nachdem auch der zweite Befangenheitsantrag gegen die Richterkammer abgelehnt wurde, stellte die Verteidigung einen weiteren Antrag. Laut diesem kann die Tonbandaufnahme, in der Benjamin H. seine Tat dokumentiert haben soll, nicht gewertet werden. Bei der Aufnahme handle es sich um eine Art Tagebuch, das rechtlich geschützt ist und deshalb nicht gewertet werden darf, so die Verteidigung. 
Die Staatsanwaltschaft hat diesen Antrag widerlegt, denn „solange der Verdächtige sein Inneres in beschlagnahmbarer Form preisgibt, ist es auch verwertbar.“, so die offizielle Begründung. Nach einer mehrstündigen Unterbrechung, in der sich die Richterkammer beriet, wurde die Verhandlung fortgesetzt. 
Der Antrag der Verteidigung wurde abgelehnt. Aufzeichnungen eines Straftäters über eine Straftat genießen keinen Persönlichkeitsschutz. Anders als bei einem Selbstgespräch wurden auf dem Tonband Gedanken bewusst geäußert bzw. festgehalten. Ein Beweisverwertungsverbot ist demnach nicht zu rechtfertigen.

Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit konnten die geladenen Zeugen, Sachverständige und  Nebenkläger nicht vernommen werden.