Prozess gegen Einsiedel-Blockierer

Chemnitz – Vor dem Amtsgericht Chemnitz wird am Mittwoch gegen einen Mann wegen versuchter Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verhandelt. Der junge Mann soll Anfang Januar 2016 an einer Blockade in der damaligen Asylunterkunft in Chemnitz-Einsiedel beteiligt gewesen sein.

Von der Staatsanwaltschaft Chemnitz wird ihm vorgeworfen die Zufahrt zum ehemaligen Pionierlager mit mehreren anderen Personen blockiert haben. Dadurch sollte der Einzug von Flüchtlingsfamilien verhindert werden. Außerdem soll er einen Polizisten am Handgelenk verletzt und sich seiner Festnahme widersetzt haben.

Einen bereits erlassenen Strafbefehl über 2.400 Euro wollte der Angeklagte nicht akzeptieren, deshalb muss nun vor Gericht verhandelt werden.

Am 5. Januar 2016 war es an der Flüchtlingsunterkunft zu massiven Protesten von Asylgegnern gekommen. Damals hatten zunächst acht Personen versucht die Zufahrtsstraße zu blockieren. Polizisten mussten die Gruppe mit körperlicher Gewalt auf den Fußweg drängen.

Später versammelten sich rund 50 Asylgegner und wollten zur Unterkunft laufen, wurden aber von den Einsatzkräften aufgehalten. In den Abendstunden hielten dann nochmals 70 Asylgegner eine Kundgebung an der Zufahrtsstraße ab.

Seit dem 31. Oktober 2016 ist die Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz-Einsiedel geschlossen.