Prozess um bewaffnete Überfälle auf Discounter

Raubserie in der Region Leipzig reißt nicht ab.

Fast täglich werden Verkäuferinnen mit Schusswaffen bedroht und Drogerie- und Supermärkte in der Leipziger Region ausgeraubt. Derzeit hat sich die Situation der Überfallserie verschärft. Allein in den letzten Tagen wurden gleich drei Einkaufsmärkte überfallen. Seit Februar hat es 45 ähnliche Raubüberfälle in Sachsen gegeben. Immer wieder bedrohen die Täter ihre Opfer, meist Verkäuferinnen, mit Waffen und räumen die Kassen leer.

Ab Freitag muss sich Lutz Erich V. (54) vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten schweren Raub in zwei Fällen, räuberischen Diebstahl und Freiheitsberaubung vor. Am 3. März soll er gegen 20 Uhr als letzter Kunde den Netto-Markt in der Braunstraße, maskiert und mit einer scharfen Waffe ausgerüstet, betreten haben. Mit den Worten „Ich habe nichts mehr zu verlieren!“, bedrohte er drei Verkäuferinnen und sperrte diese in den Kühlraum. Zuvor ging er äußerst brutal vor und schlug einer Frau einen Zahn aus. Nachdem er den Tresorschlüssel bekommen hatte, erbeutete er 12.000 Euro. Auf seinem Fluchtweg schoss der Täter auf die Verriegelung des Notausganges.

Am 6. Juni soll der Angeklagte in den „nahkauf“ in der Stollberger Straße eingebrochen sein. Dort soll er auf die erste Verkäuferin gewartet haben. Bedroht mit einem Nageleisen wurden Tresor und Kasse geöffnet. Beute: 9.300 Euro. In beiden Fällen erwarten Lutz Erich V. Mindeststrafen von jeweils fünf Jahren. Überführt werden konnte der Angeklagte anhand seiner Schusswaffe.