Prozessauftakt im Fall Marwa: Mord aus bloßem Hass

Mit internationaler Medienpräsenz hat am Montag in Dresden der Prozess gegen Alex W. begonnen.

Vollkommen vermummt betrat er am Morgen den Verhandlungssaal im Dresdner Landgericht. Mord aus bloßem Hass gegen die Ägypterin Marwa Elsherbini wirft die Staatsanwaltschaft Alex W. vor. Im Juli soll er die 31-jährige schwangere Frau mit mindestens 16 Messerstichen nach einer Verhandlung wegen Beleidigung im Landgericht getötet haben. Als ihr Mann ihr zu Hilfe kommen wollte, stach er auch auf ihn ein. Und das vor den Augen des dreijährigen Sohnes der beiden. Wie Staatsanwalt Frank Heinrich sagte, wusste der Angeklagte, dass beide ihm hilflos ausgeliefert waren.

Kein Wort sagte Alex W. am Montag im Laufe der Verhandlung, saß mit dem Rücken zum Publikum. Der Aufforderung der Richterin, die Vermummung abzulegen, kam er nicht nach und kassierte ein Ordnungsgeld von 50 Euro.

Interview: Christian Avenarius – Sprecher Staatsanwaltschaft

Elwy Okaz, der Mann Getöteten ist noch sichtlich gezeichnet von der Tat, läuft an Krücken. Er, sowie Bruder und Eltern der Getöteten werden im Prozess von insgesamt acht Anwälten vertreten. Der Witwer berichtete heute als Zeuge von der Tat im Landgericht. Bei dem Prozess ging es ursprünglich um eine Beleidigung der kopftuchtragenden Frau. Das Ehepaar lebte seit mehreren Jahren in Dresden. Okaz schrieb am Max-Planck-Institut seine Doktorarbeit, die Frau war in einer Apotheke beschäftigt.

Interview: Christian Avenarius – Sprecher Staatsanwaltschaft

Das Gericht an der Lothringer Straße in Dresden glich am Montag einer Festung. Verhandelt wird hinter Panzerglas, zweihundert Polizisten sichern das Gebäude ab. Gegen den Angeklagten Alex W. soll es im Internet bereits einen Mordaufruf gegeben haben. Viele Vertreter der arabischen Welt beobachten den Prozess.

Interview: Ahmed Aslaoui – Islamisches Zentrum Dresden

Die beiden Anwälte von Alex W. stellten am Montag zunächst Befangenheitsanträge gegen die Richter. Sie wären nicht unparteiisch, da die Tat in einem Saal des Dresdner Landgerichts passiert ist und sie den damaligen Richtern kollegial verbunden seien. Die Anträge wurden abgelehnt. Am Dienstag soll der Prozess fortgesetzt werden.

Quelle: www.dresden-fernsehen.de