Prozessauftakt nach Mord im Rotlichtmilieu

Im Fall des Mordes der 43-jährigen Ramona D. im Februar 2015 musste sich heute Mario B. der Anklage vor dem Landgericht Dresden stellen.+++

„Ich würde es rückgängig machen, wenn ich es könnte“, beteuerte Mario B. am Mittwoch gegenüber der Richterin am Landgericht in Dresden.

Der 34-Jährige Meißner ist des Mordes an seiner Freundin Ramona D. angeklagt. Nach dem Mord hat er versucht die Tat zu vertuschen. Ohne Erfolg.

Interview im Video mit Anne Krause, Anwältin des Sohnes des Opfers

Aus Eifersucht an dem Ex-Freund von Ramona D. Davon will der Angeklagte nichts wissen. Er legte zum Prozessauftakt ein umfangreiches Geständnis ab.

Für ihn stellt seine Tat eine Erlösung für seine psychisch labile Freundin dar. Er hätte aus Liebe zu ihr gehandelt. Beide hatten in den letzten Jahren eine Spielsucht entwickelt und sind somit in die Schuldenfalle getappt. Mario B. selbst hat Schulden von 40.000 Euro.

Am Tatabend gingen sie ins Bett. Als die Frau schlief, holte er Hammer und Messer aus der Küche. Seine letzten Worte vor der Tat waren „Ich liebe dich“, danach schlug Mario B. zweimal mit dem Hammer auf den Schädel seiner Freundin ein und stach acht mal mit dem Küchenmesser zu.

Er reinigte das Opfer, die Sachen und Tatwaffen und verließ die Wohnung. Erst danach bat er einen Freund die Polizei zu rufen.

Fünf Jahre waren die beiden liiert. Marcel, der Sohn des Opfers, welcher zu diesem Zeitpunkt auch in der Wohnung lebte, beschreibt die Beziehung als normal. Er nannte Mario seinen „Papa“. Umso mehr kann er nicht verstehen warum er es getan hat.

Die Beweise sind belastend. Zunächst hatte Mario B. versucht die Tat zu vertuschen und den Verdacht auf etwaige Freier zu schieben, da die Prostituierte ihre Kunden in ihrer eigenen Wohnung empfing.

Nach dem Fund der Tatwaffen im Auto des Sohnes von Ramona B. war sich die Polizei sicher.

Interview im Video mit Anne Krause, Anwältin des Sohnes des Opfers

Bis Ende August sind noch fünf Verhandlungstage angesetzt. Derzeit wird von einer lebenslangen Haftstrafe für Mario B. ausgegangen.