Qimonda meldet Insolvenz an

Der Chiphersteller Qimonda hat Insolvenz angemeldet.

Zur Insolvenz von Qimonda gibt Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) im heute ein Statement im Sächsischen Landtag.

Wir sind vor Ort und werden Sie hier sofort über den aktuellen Stand informieren.

Die Qimonda AG (NYSE: QI) und die Qimonda Dresden OHG haben heute beim zuständigen Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mit dem Ziel gestellt, die Gesellschaften im Rahmen der bereits begonnenen Restrukturierung zu sanieren. Das Amtsgericht München wird nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen. Der Vorstand von Qimonda ist bestrebt, wesentliche Unternehmensteile im Rahmen der Insolvenz zu sanieren. „Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, unseren bereits begonnenen Restrukturierungsprozess zu beschleunigen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen “, sagt Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender der Qimonda AG.

Qimonda verfügt über ausgereifte Produkte und hat mit der Buried Wordline-Technologie eine viel versprechende Zukunftstechnologie am Markt eingeführt. Der Hintergrund für den Insolvenzantrag ist letztlich der massive Preisversfall in der DRAM-Industrie in Kombination mit einem sich dramatisch verschlechterten Zugang zu Finanzierungen auf den Kapitalmärkten, die die finanzielle Position von Qimonda in den letzten Monaten verschlechtert haben.

Ein Finanzierungspaket unter Beteiligung des Freistaates Sachsen, der Muttergesellschaft Infineon, eines führenden portugiesischen Kreditinstituts sowie weiterer Banken konnte trotz intensiver jedoch äußerst komplexer Verhandlungen sowie zugesagten Finanzierungshilfen von Kunden in den vergangenen Tagen und Wochen nicht rechtzeitig abgeschlossen werden. Außerdem hatte sich zuletzt aufgrund der Verzögerung der Verhandlungen und den damit ausgebliebenen Investitionen in Produktivitätsverbesserungen sowie des Preisverfalls im Dezember Quartal ein erhöhter Finanzierungsbedarf für das laufende Geschäftsjahr ergeben.

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird sich in den nächsten Tagen einen Überblick über die Situation bei Qimonda verschaffen. „Wir gehen davon aus, dass wir unseren Geschäftsbetrieb mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters sowie unserer Mitarbeiter im Sinne unseres Restrukturierungsprogramms fortführen können“, sagte Loh. „Dabei setzen wir insbesondere auf die guten Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten, mit denen wir in den letzten Monaten gemeinsam die großen Fortschritte bei der Entwicklung unserer Buried Wordline Technologie erreicht haben.

“Bereits im Oktober hat Qimonda ein globales Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm eingeleitet, um das Unternehmen neu zu positionieren. Im Fokus steht dabei die Konzentration auf die Kernkompetenzen wie die innovative Buried Wordline-Technologie sowie Infrastruktur- und Grafikprodukte.Der Verkauf der Beteiligung an Inotera im November 2008 war ein weiterer wichtiger Schritt, weil dadurch die Abhängigkeit vom PC-Markt und der damit verbundene Mittelabfluss reduziert werden. Die Schließung der 200-mm-Fertigung in Richmond, USA und der Backend-Fertigung für Komponenten und Module in Dresden laufen planmäßig. Zusätzlich hat das Unternehmen seine Produktentwicklung in München und Xi’an konsolidiert sowie die Mitarbeiterzahlen und Kosten in der Verwaltung reduziert.

Der Speicherchiphersteller beschäftigt in Dresden rund 3000 Mitarbeiter und 200 Leiharbeiter.

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