„Querdenker“: So plant Leipzig den Großdemo-Tag

Leipzig - Was kommt am Samstag auf Leipzig zu? Während bei der "Querdenker"-Demo auf dem Augustusplatz Gegner der Corona-Maßnahmen demonstrieren, haben verschiedene andere Bündnisse Gegenproteste angekündigt.

Neben der großen "Querdenker"-Demo finden zeitgleich sieben Gegendemos statt. "Wir haben es für uns doch sehr herausfordernde Versammlungslage zu tun. Einerseits weil wir eine große Versammlung feststellen müssen, andererseits weil wir uns in einer pandemischen Lage befinden. Diese zwei Sachverhalte sind wesentlich für die Entscheidung der Stadt Leipzig. Insgesamt liegen uns für den morgigen Tag 27 Anzeigen vor", verkündet Heiko Rosenthal während des Online-Pressegespräches. Die geplante "Querdenker"-Demo sollte eigentlich auf dem Augustusplatz stattfinden. Diese wurde nun auf das Areal der Neuen Messe verlegt. Grund dafür sei die hohe Teilnehmerzahl. Der Augustusplatz sei nur für rund 6000 Teilnehmer ausgelegt, heißt es. 

© Sachsen Fernsehen

Verlegung der Demo auf Neue Messe

Sowohl auf dem Messegelände der Neuen Messe als auch im Innenstadtbereich wird es zu stationären Versammlungen kommen. Der vorher geplante Zug um den Innenstadtring wurde Seitens der Stadt verboten. Grundlage ist die sächsische Corona-Schutz-Verordnung. Sie lässt nur eine stationäre Kundgebungen zu. Polizei und Ordnungsamt haben am Freitag während einer Online-Pressekonferenz vor Ausschreitungen auf beiden Seiten gewarnt. "Wir setzen auf die Friedlichkeit aller Versammlungsteilnehmer. Halten Sie sich an die aufgestellten Regeln. Unser Handeln ist auf Deeskalation ausgelegt. Dennoch gibt es Aufrufe zu Gewalt, die wir wahrgenommen haben. Genau wie aus Reihen der Extremisten. Sei es aus links und rechts. Auch diese wollen sich am Versammlungsgeschehen beteiligen", so Torsten Schultze, Polizeipräsident Leipzig.  Die Polizei will an diesem Tag die Zahl der Einsatzkräfte deutlich erhöhen. Auch wenn die Beamten von friedlichen Protesten ausgehen, bereite sich die Polizei auch auf einen anderen Verlauf vor.

Unterstützung der Polizei aus nahezu gesamtem Bundesgebiet

"Wir werden morgen eine Situation vorfinden, die nicht alltäglich ist. Wir werden mit allen eigenen Einheiten morgen im Einsatz sein. Wir werden Unterstützung erhalten. Sowohl von der sächsische Bereitschaftspolizei als auch aus dem nahezu gesamten Bundesgebiet. Weiterhin werden wir mit Hubschraubern und mit Lautsprecherwagen vertreten sein. Aufgrund der Größe der Situation werden wir auch Kameras im Einsatz haben. Diese werden sowohl mobil, als auch stationär aufgebaut sein", Frank Gurke, Einsatzleiter Polizeidirektion Leipzig. Auch Sondertechnik, dazu zählen Wasserwerfer, sollen im Einsatz sein. Dennoch setzt die Polizei auf Deeskalation. 

Vor möglichen Ausschreitungen warnt auch der Leipziger Politologe Prof. Dr. Gert Pickel. Die Stimmung habe sich in den letzten Wochen angestaut und das könnte am Samstag Folgen haben. Wir haben dem Experten drei Fragen gestellt: