Rassistische Angriffe zurückgegangen

Sachsen - Die Zahl der rechtsmotivierten und rassistischen Angriffen ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte zurückgegangen. Insgesamt hat die RAA Sachsen in 2017 229 Fälle mit 346 Betroffenen registriert.

"Im Zuge der rassistischen Mobilisierung gegen Geflüchtete hatten sich die Angriffe 2015 (477) und 2016 (437) im Vergleich zu den Vorjahren nahezu verdoppelt. Nun reduzierten sich diese wieder auf das Niveau der Jahre 2013 und 2014. Ohne regelmäßige Mobilisierung gegen Geflüchtete wie noch vor zwei Jahre ist die Stimmung weniger zugespitzt und es fehlen Gelegenheiten für Angriffe", begründet Robert Kusche den Rückgang.

„Die wiederholten Angriffe auf Geflüchtete und deren Wohnungen in Wurzen und auch die erneuten Auseinandersetzungen im Juli in Bautzen zeigen deutlich, dass eine nach wie vor rassistisch geprägte Grundstimmung jederzeit zu Zuspitzungen und Eskalationen führen kann.", mahnt Robert Kusche.  

 

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Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, erklärte: „Jeder Anschlag, jeder Übergriff ist einer zu viel und zerstört den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Die Angreifer treffen immer die Schwächsten in unserer Mitte und vergiften das Klima, in dem wir miteinander friedlich und tolerant leben wollen. Wir sind alle gemeinsam aufgerufen, uns dem Hass und der Gewalt entgegen zu stellen und deutlich zu machen, dass wir so ein Verhalten nicht dulden. Und wir sind aufgefordert, den Schwächsten in unserer Gesellschaft zur Seite zu stehen, sie zu schützen und ihnen die Hand zu reichen. Denn wir können nur gemeinsam dafür sorgen, dass unser Land ein friedlicher Ort wird, an dem wir zusammen solidarisch miteinander leben.“