Razzia: Geschnappte Scheinehebetrüger am Flughafen registriert

Leipzig - Nachdem am Mittwochmorgen in Leipzig und Umgebung eine Razzia gegen Scheinehe durchgezogen wurde,  brachte die Polizei alle geschnappten Täter zur Sammelstelle am Flughafen Leipzig/Halle.

Am Mittwochmorgen ging die Bundespolizei gezielt mit einem Großaufgebot gegen mehr als 60 Beschuldigte vor. Ein Großteil der Verhafteten wurden zum Flughafen Leipzig/Halle gebracht und musste sich dort der polizeilichen Verarbeitung stellen. Die Bundespolizei ist den Schleusern schon länger auf der Spur.

Auch in Bayern und Rheinland-Pfalz schlug die Polizei heute zu. Die Organisation der Machenschaften der Bande ging von Leipzig aus. Im Zuge der Durchsuchungen hat die Polizei noch umfangreiche Beweismittel sicher stellen können. 

Unterlagen, Bargeld, Datenträger und Mobiltelefone wurden verwahrt. Die Polizei geht davon aus, dass diese Beweismittel zur Überführung der mutmaßlichen Täter reichen werden. Auf dieses Phänomen ist die Polizei erstmals 2015 aufmerksam geworden.

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Ein erster Schlag gelang bereits 2018, ein führender Schleuser konnte schon zu diesem Zeitpunkt der Strafverfolgung zugeführt werden. Die Untersuchungen führte ein Kernteam bestehend aus zwei bis fünf Mitarbeitern durch. Diese ermittelten auch verdeckt. Sie wurden durch operative Kräfte unterstützt, die unter anderem auch Observationen durchführten. Beim heutigen Einsatz waren über 500 Polizisten im Einsatz, die die rund 60 Verdächtigen zur erkennungsdienstlichen Aufnahmen zum Flughafen Leipzig/ Halle brachten.

Noch am gleichen Tag wurde entschieden, ob sich die Verdächtigen dem Ermittlungsrichter stellen müssen. Er entscheidet, wie mit den einzelnen Beschuldigten weiter verfahren wird. Je nach Beweislage müssen sich die Verdächtigen einem bestimmten Verfahren stellen. Wenn die Beweislast hoch ist, müssen sie sich dem beschleunigten Verfahren stellen. Das würde bedeuten, dass bereits an diesem Donnerstag beim Amtsgericht in Leipzig eine Hauptverhandlung stattfindet. Möglich wäre auch eine Untersuchungshaft, dann wird voraussichtlich im Herbst Anklage erhoben.