Razzia im A 72 – Millionenskandal

Im Millionenskandal um den Bau der A 72 haben am Mittwoch Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Sachsen nähere Informationen bekannt gegeben.

Am Dienstag waren von Polizei und Landeskriminalämtern nahezu 40 Firmen und Ämter in Sachsen durchsucht worden. Sie hatten das Ziel, Beweise zu finden, dass selbst Mitarbeiter von Straßenbauverwaltungen in den Skandal um den Bau der Autobahn involviert sind.

Wichtig war dabei vor allem festzustellen, ob hinter gelegten Rechnungen auch tatsächlich durchgeführte Arbeiten stehen. Wer diese Rechnungen geprüft und abgezeichnet hat, stand und steht im Mittelpunkt des Interesses.
Hier besteht der Verdacht des Betruges und der Bestechlichkeit.

Eine kriminelle Vereingung von Bauunternehmern soll insgesamt 27 Millionen Euro beim Bau der A 72 abgezweigt haben.

Laut Staatsanwaltschaft Chemnitz wurden bei der Durchsuchung gestern vier Haftbefehle vollstreckt.

Mehr als 3.000 Gigabyte Daten mussten und müssen geprüft werden. In dem Fall wird bereits seit zwei Jahren ermittelt. Von der Durchsuchung am Dienstag erhoffen sich die Ermittler neue Erkenntnisse, die zu weiteren Nachweisen und Anklagen führen könnten.