Rechter Tathintergrund bei Brandanschlag in Dresden

Schon seit seinem Bestehen in Dresden-Löbtau war das Wohn- und Kulturprojekt “Praxis“ Ziel zahlreicher Attacken von Neonazis. Am Donnerstagmorgen brach wieder ein Feuer im Erdgeschoss aus. +++

In der Nacht vom 18. zum 19. August gegen 3 Uhr morgens verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in Dresden Löbtau.  

Das Feuer brach in einem Zimmer im Erdgeschoss aus. Die Flammen konnten durch die schnelle Reaktion der Bewohner und der angerückten Feuerwehr auf den Raum beschränkt werden. Die Feuerwehr musste für die Löscharbeiten das gesamte Haus für 30 Minuten räumen. Es wurde glücklicherweise niemand verletzt. Der Raum aber brannte komplett aus und ist nicht mehr bewohnbar.  

Nur durch Zufall hatte in dieser Nacht niemand in dem Zimmer geschlafen. Andernfalls wäre aufgrund der Geschwindigkeit, mit der sich Feuer und Rauch ausbreiteten, ein Entkommen nur schwer möglich gewesen.  

Einen rechten Hintergrund der Tat halten die Bewohner des Hauses für sehr wahrscheinlich. Schon seit seinem Bestehen in Dresden Löbtau war das Wohn- und Kulturprojekt „Praxis“ Ziel zahlreicher Attacken von Neonazis. Am 20. April dieses Jahres wurden u.a. Hakenkreuze gesprüht. Zuletzt warfen Unbekannte in der Nacht vom 16. zum 17. August eine Mülltonne in ein Fenster im Erdgeschoss. Dieser Angriff könnte im Zusammenhang mit dem Todestag von Rudolf Hess gestanden haben.  

Die Soko „Rex „des Landeskriminalamtes Sachsen ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung.   „Mit dem  Brandanschlag auf ein bewohntes Gebäude zur Nachtzeit nahmen die Täter bewusst schwere Verletzungen oder gar den Tod der Bewohner in Kauf. Das macht einmal mehr deutlich, dass Gewalt von Neonazis eine massive Gefahr für das Leben derer darstellt, die nicht in deren menschenverachtendes Weltbild passen.“ betont Andrea Hübler, Mitarbeiterin der Opferberatung Dresden des RAA Sachsen e.V.  

Es ist der neunte Brandanschlag in Sachsen in diesem Jahr. Neben Imbissen, die – wie zuletzt in Freiberg – aus rassistischen Motiven angezündet wurden, wurden Personen die sich gegen Rechts engagieren zum Ziel solcher Anschläge. Erst im Februar brannte das Auto des Linken Kreisgeschäftsführers Sächsische Schweiz – Osterzgebirge komplett aus, im Juni waren es die Fahrzeuge zweier Mitarbeiter des Treibhaus e.V. in Döbeln.

Quelle: Opferberatung Dresden

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