Rechtsextreme missbrauchen „Monument“

Dresden- Seit der Eröffnung sorgt das „Monument“ vor der Dresdner Frauenkirche für kontroverse Diskussionen. Am Montag nun haben Rechtsextreme die drei senkrecht aufgestellten Busse missbraucht, um ihre Botschaften zu verbreiten. Dabei handelt es sich um Mitglieder der Identitären Bewegung, die bereits vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

„Eure Politik ist Schrott“: das prangte Montagmorgen auf einem Banner am „Monument“ in Dresden. Fünf in Warnwesten gekleidete Personen sollen das Transparent sowie eine Flagge mithilfe einer Arbeitsbühne an den drei Bussen auf dem Neumarkt angebracht haben. Innerhalb von 20 Minuten war der Aufbau beendet. Zur Aktion hat sich auf Facebook die rechte Identitäre Bewegung bekannt.

Neben dem Transparent ist eine Flagge in Anlehnung der islamistischen Miliz „Ahrar al-Sham“ mit der Aufschrift „Heuchler“ gehisst worden. Damit beziehen sich die Aktivisten auf ein Foto von März 2015, auf dem die Originalbusse mit einer solchen Fahne zu sehen sind. Eine Streitfrage bleibt wer die Busse in Aleppo errichtet hat.

Die bundesweite rechte Gruppierung wird bereits vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Sie sollen Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen liefern. Seitens des Dezernates Staatsschutz wurden bei dem Banner und der Flagge kein Verstoß gegen Strafvorschriften festgestellt.

Um elf Uhr haben Mitarbeiter der Zentralen Technischen Dienste der Stadt Dresden das Banner und die Flagge von der Kunstinstallation entfernt. Während des Abbaus haben rechtsorientierte die anwesenden Journalisten provoziert und fotografiert.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Kosten der Skulptur. 57.000 Euro hat die Umsetzung gekostet. Davon kommen etwa 14.000 Euro Fördermittel von der Kommission für Kunst im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt Dresden. Die weiteren Kosten wurden unter anderem von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und von der Stiftung Kunst & Musik für Dresden gefördert.

Seit Anfang Februar steht das Kunstwerk „Monument“ vor der Frauenkirche. Als Symbol des Krieges in Syrien sorgen die senkrecht aufgerichteten Busse regelmäßig für Diskussionen.