Rechtsmotivierte und rassistische Gewalt in Sachsen deutlich gestiegen

223 Angriffe wurden 2013 in Sachsen verübt. Vor allem in Leipzig, Chemnitz und Dresden nahmen die rechtsmotivierten und rassistischen Angriffe stark zu. Mit 32 gezählten Angriffen verzeichnete der Erzgebirgskreis den massivsten Zuwachs. +++

Nach einem stetigen Rückgang in den vergangenen Jahren stieg die Zahl rechtsmotivierter Angriffe 2013 erstmalig wieder deutlich an (2012: 155). Mindestens jeden zweiten Tag ereignete sich nach Zählung der Beratungsstellen für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. ein Angriff im Freistaat. 319 Menschen waren davon direkt betroffen. In die Statistik fließen ausschließlich Gewaltdelikte ein.

Das zweite Jahr in Folge wurde die größte Anzahl der Angriffe aus rassistischen Motiven begangen (85). Vor allem im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, sowie in den Städten Leipzig, Chemnitz und Dresden überwiegen die Angriffe mit rassistischem Tatmotiv.

Die Angriffe richteten sich im Weiteren gegen nicht-rechte oder Alternative (71), gegen politisch gegen rechts Aktive (29). Homophobie war in 11 Fällen das Motiv. Vier Angriffe richteten sich gegen sozial Benachteiligte, drei Gewalttaten wurden aus antisemitischen Motiven verübt und in einem Fall war der Angriff gegen Menschen mit Einschränkungen gerichtet. Am häufigsten handelt es sich bei rechtsmotivierten und rassistischen Angriffen um Körperverletzungen (144), gefolgt von Nötigungen/Bedrohungen/versuchten Körperverletzungen (71).

Quelle: Opferberatung des RAA Sachsen e.V.

Im Video sehen Sie ein Gespräch unserer Moderatorin Franziska Wöllner mit Andrea Hübler von der Opferberatung zu diesem Thema.

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