„Religionsfreiheit vs. Grundrechte?“

Chemnitz - Beim diesjährigen Fachtag „Leben und Lieben in Deutschland“ in Chemnitz wurde wieder heiß diskutiert. Das Thema „Religionsfreiheit vs. Grundrechte?“ stieß eine kontroverse Debatte an. Vier Experten diskutierten über die Auslegung und Ausübung des Islam. 

Die sächsische Ministerin für Gleichstellung Petra Köpping empfindet solche Fachtage als besonders wichtig, um das Denken der Bevölkerung zu öffnen.

Ein Stargast der Runde war Seyran Ates. Sie ist Rechtsanwältin, Imamin, Autorin und „Gleichstellungsaktivistin“. Sie eröffnete den Fachtag mit einigen Passagen aus ihrem Buch „Wahlheimat: Warum ich Deutschland lieben möchte“. Als erste Frau hat sie eine Moschee gegründet in der Menschen egal welchen Geschlechts, welcher sexuellen Orientierung und welchen Glaubens Zutritt gewährt wird. Religionsfreiheit sieht sie als untergeordnetes Recht.
© Sachsen Fernsehen
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Nach der Einführung begann die Diskussion der Expertenrunde. Neben Ates waren noch weitere Spezialisten auf dem Podium. Die Migrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz Etelka Kobuß und der Jurist und Vorstandsreferent der Giordano-Bruno-Stiftung Maximilian Steinhaus teilten ihre Meinungen und Erfahrungen. Moderiert wurde die Runde von Katrin Schröder-Hüttich von dem Verein der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in Sachsen. Auch die sächsische Ministerin für Gleichstellung Petra Köpping setzte sich in der Runde mit diesem Thema auseinander. 

Abgerundet wurde der Tag mit der Poetry-Slammerin Bonny Lycen. Mittlerweile ist dies der 3. Fachtag unter dem Motto "Leben und Lieben in Deutschland". Hinter solchen Tagen stehen Ziele wie Aufklärung, Bildung und interkulturelle Bildung.

Diese Debatte bot einige An- und Einsichten. Die unterschiedlichen Meinungen gaben viele Denkanstöße und haben vielleicht sogar den ein oder anderen Geist geöffnet.