Rente mit 67 erhöht Altersarmut in Chemnitz

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor steigender Altersarmut in Chemnitz und fordert den sofortigen Stopp der Rente mit 67.

Sabine Zimmermann, die Vorsitzende der DGB-Region Südwestsachsen, sagte am Montag, dem 13.12.2010, dass Altersarmut im Kreis schon jetzt deutlich zu spüren sei. „Aufgrund der Rentenkürzungen liegen die Altersrenten in Sachsen im Schnitt nur noch bei 766 Euro. „Wir müssen dringend umsteuern, damit die gesetzliche Rente wieder armutsfest wird. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, die Rente mit 67 sofort zu stoppen, weil die Rente mit 67 die Altersarmut zusätzlich verschärfen würde“, so die Gewerkschafterin. Nach DGB-Berechnungen muss in Sachsen mehr als jeder siebte Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente hinnehmen.

„Die Rente ab 67 Jahre ist für die meisten Beschäftigten unerreichbar und wird zu einer reinen Rentenkürzung“, erklärte die DGB-Regionsvorsitzende. Eine große Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kann auch deshalb nicht bis 65 Jahre arbeiten, weil die Beschäftigungschancen zu schlecht sind. „Auch in Chemnitz bietet der Arbeitsmarkt nicht genügend Möglichkeiten für Ältere“, so Sabine Zimmermann. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind nur 20,9 % aller 60-64-Jährigen in Chemnitz sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mehr als jeder Dritte aller Arbeitslosen in Chemnitz sei älter als 50 Jahre. „Den meisten dieser über 5000 Bürgerinnen und Bürger wird ein Wiedereinstieg in Beschäftigung nicht gelingen“, fürchtet die Gewerkschafterin. Auch die wirtschaftliche Erholung habe die Beschäftigungsmöglichkeiten Älterer nicht verbessern können. So seien die Arbeitslosenzahlen bei 55-64-Jährigen deutlich gestiegen. In Chemnitz gäbe es im Vergleich zum Vorjahr 7,3 % mehr Arbeitslose in dieser Altersgruppe.

Für den DGB ist die Rente mit 67 deshalb der falsche Weg. „Die Voraussetzungen für eine Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters sind nicht gegeben. Es wäre völlig inakzeptabel, wenn die Bundesregierung sehenden Auges in Kauf nimmt, dass Altersarmut zur Perspektive für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird“, sagte Zimmermann.

Quelle: DGB