RESTART-19: So sollen Großveranstaltungen wieder möglich sein

Leipzig/Halle - Großkonzerte mit mehreren tausend Menschen, sind durch Corona längst nicht mehr denkbar. Doch die Studie „Restart-19“ hat erforscht, wie Großveranstaltungen dennoch möglich sein können. Nun wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Es war ein Konzert, auf das die internationalen Veranstaltungs-, Kultur- und Sportbranchen große Hoffnung gelegt haben. Am 22. August gab Musiker Tim Bendzko in der Leipziger Quarterback Immobilien Arena ein Konzert im Sinne der Wissenschaft. Forscher der Universität Halle wollten wissen, unter welchen Bedingungen Großveranstaltungen wie Konzerte oder Sportevents während der Corona-Pandemie stattfinden können. Am Donnerstag stellten die Verantwortlichen die Ergebnisse des Forschungsprojektes Namens "Restart-19" vor.

Die Daten für die Studie stammen aus so genannten Kontakt-Tracern. Damit wurde die Bewegung jedes einzelnen Teilnehmers aufgezeichnet. Aber auch die Luftströmungen in der Halle waren Bestandteil der Studie. Anhand der Erkenntnisse geben die Forscher nun Empfehlungen.

Empfehlungen der Forscher

  • Veranstaltungshäuser benötigen Belüftungstechnik, die eine gute
    Belüftung und einen regelmäßigen Raumluftaustausch mit frischer Luft
    ermöglicht. Sinnvoll ist die Erstellung eines Bewertungssystems für eine
    adäquate Raumlufttechnik.
  •  So lange die Pandemie anhält, müssen Hygiene-Konzepte weiterhin
    angewendet werden: Maskenpflicht in der Halle; Hygiene-Stewards zur
    Einhaltung der Standards.
  • Der Bestuhlungsplan und somit die Gästezahl sollten an die Inzidenz
    angepasst werden.
  • Als Zugang zu den Veranstaltungsorten sollten mehrere Eingänge
    vorhanden sein, um Besucherströme zu lenken. Wartezonen ins Freie
    verlagert werden.
  • Während der Veranstaltung sollte an den Sitzplätzen gegessen werden,
    um Gedränge und lange Kontakte an Imbiss-Ständen zu vermeiden.
© Sachsen Fernsehen

Ideengeber der Studie war der Geschäftsführer des SC DHfK Handball, Karsten Günther. Der Leipziger erhofft sich dadurch wichtige Impulse für die Politik. Ab kommendem Montag sind Veranstaltungen im Bereich Unterhaltung und Freizeitgestaltung für die Dauer von mindestens vier Wochen wieder komplett verboten. Davon lässt sich der Betreiber der Quarterback Immobilien Arena, Matthias Kölmel, aber nicht entmutigen. Sein Weg geht vorwärts und nicht zurück. Die Studienergebnisse sind deshalb von großer Bedeutung. Zur Studie Restart-19 hatten im August rund 1600 Freiwillige mitgemacht. Das waren deutlich weniger als die zunächst geplanten 4200. Dennoch seien die gewonnen Daten laut Moritz ausreichend gewesen.