Riesen Andrang beim sächsischen Landtag

Dresden – Das Ergebnis der aktuellen Bundestagswahl hat es deutlich gezeigt: In Sachsen rumort es politisch gewaltig, die Gräben zwischen den Politikern auf der einen Seite und der „normalen“ Bevölkerung scheinen tiefer den je. Zum Tag der Deutschen Einheit gab es im Sächsischen Landtag nun für beide Seiten die Möglichkeit, sich beim Tag der offenen Tür im persönlichen Gespräch wieder anzunähern.

Es ist ein in der Form unerwartet volles Haus zum Tag der offenen Tür im Sächsischen Landtag geworden an Tag neun nach der Bundestagswahl, die viele Experten als bürgerliche Abrechnung mit ihren Abgeordneten ansehen. Am Tag der Deutschen Einheit hat das Landesparlament des Freistaats in Dresden nun jedem Interessierten die Möglichkeit gegeben, seine Vertreter kennenzulernen und ihnen Anliegen oder Kritik ohne Umwege persönlich mit auf den Weg zu geben. Der Redebedarf und Unmut ist bei vielen spürbar, was sich nicht zuletzt im neuen Parteienspektrum mit nun fünf Landtagsfraktionen widerspiegelt. Die Botschaft des Landtags ist aber ebenso unmissverständlich: Kommt her, schaut uns auf die Finger, redet mit uns und nicht nur über uns.

Auch der Wunsch nach Mitsprache ist für viele Sachsen von großer Bedeutung. Der Eindruck, als einzige Beteiligung lediglich alle vier Jahre ein Kreuz setzen zu können, und ansonsten ungehört zu bleiben, ist weitläufig bekannt, aber unwahr. Tatsächlich gibt es für jeden Sachsen eine ganze Reihe direkter Möglichkeiten zur Mitsprache.

Anschauungsunterricht dafür ist auch ohne Anmeldung mit einem Besuch zu einer Plenarsitzung möglich. In Besuchergruppen werden darüber hinaus ganzjährlich Führungen im gesamten Haus angeboten. Und selbst von der eigenen Couch aus kann man auf der Internetadresse unter www.landtag.sachsen.de bei einem virtuellen Rundgang Sachsens Parlament in Augenschein nehmen. Vor Ort war Sachsens Regierungsstätte an diesem Tag der offenen Tür jedenfalls das, was er verspricht: offen und ehrlich.