Riesenbärenklau bedroht Pflanzen und Menschen

Chemnitz- Bei einer Wanderung über Wiesen und Brachflächen ist um diese Jahreszeit mitunter eine Pflanze nicht zu übersehen, die ihre Besonderheit schon im Namen trägt: der Riesenbärenklau.

Riesenbärenklau, © Stadt Chemnitz, Umweltamt
 

An manchen Standorten überragt das bis zu zwei Meter hohe Doldengewächs den Bewuchs ringsum und kann sich sogar als kleiner dichter Wald ausbreiten.

„Die Stauden sind zwar attraktiv, aber sie müssen weg“, sagt Katrin Fischer von der Unteren Naturschutzbehörde Chemnitz. Der Riesenbärenklau sei ein sogenannter invasiver Neophyt – eine eindringende neue Pflanze. Dies stelle eine Bedrohung der heimischen Vegetation dar. Wo sich die auch Herkulesstaude genannte Pflanze breitmacht, ist kein Platz für andere.

Das in unsere Breiten eingewanderte Doldengewächs gehört nicht nur zu den aggressiven Verdrängern, sondern gefährdet auch die menschliche Gesundheit. Der Pflanzensaft enthält Furocumarine, die in Verbindung mit Sonneneinstrahlung zu Juckreiz, Rötungen, Schwellungen und Blasenbildungen führen können. „Die Symptome sind vergleichbar mit Verbrennungen zweiten Grades“, sagt der Mediziner Thomas Christoph von der Hautklinik des DRK-Krankenhauses Chemnitz-Rabenstein. Deshalb sei ein Kontakt mit der bloßen Haut unbedingt zu vermeiden.

Die Stadtverwaltung Chemnitz ruft jedes Jahr dazu auf, Vorkommen zu melden und Bestände zu bekämpfen. „Verantwortlich dafür sind die Grundstückseigentümer“, erklärt Fischer. Allein in Chemnitz seien derzeit 45 Standorte bekannt. Die meist im Juli einsetzende Blüte habe dieses Jahr sehr früh begonnen. Bis zur Ausreifung der Samen dauere es vier bis fünf Wochen. Eine Pflanze produziere bis zu 20.000 Samen. Diese würden durch Wasser, Wind und Tiere verbreitet, sodass sich schnell Reinbestände entwickelten.

Großflächige Bekämpfungsmaßnahmen laufen zurzeit in Sachsen nicht. Ewa Meinlschmidt vom LfULG verweist darauf, dass nur zwei Unkrautbekämpfungsmittel für die chemische Behandlung von Riesenbärenklau zugelassen sind. Deshalb empfiehlt sie auch das mechanische Vorgehen. „Man darf ihn nicht zum Blühen kommen lassen“, sagt die Wissenschaftlerin. Am besten werde die rübenartige Wurzel bereits im März ausgestochen.

Außerdem sollten die entsprechenden Flächen regelmäßig gemäht werden.

(Quelle: Stadt Chemnitz, Umweltamt)