Leidenschaft Wasserball – Stefan Heyde im Portrait

Dresden - Morgen findet in der Schwimmhalle Freiberger Straße ein Wasserball-Länderspiel zwischen Deutschland und Ungarn statt. Auch in Dresden gibt es eine aktive Wasserballszene. Der Spieler Stefan Heyde vom SWV TuR Dresden ist sozusagen ihr Aushängeschild. Max Giese hat ihn am Wochenende getroffen und beim Heimspiel begleitet.

Wasser, Bälle, trommelnden Fans und knapp bekleidete Männer, die sich im kalten Nass Scharmützel liefern - wo sonst in der Freiberger Schwimmhalle schiedlich friedlich Freizeitschwimmer ihre Bahnen ziehen, gibt es alle zwei Wochen einen Wettkampf der anderen Art: Wasserball. In der 2. Wasserballbundesliga Ost spielt Dresdens bestes Team, der SWV TuR. Immerhin gut 150 Fans sind an diesem Abend zur Ligapartie gegen den SVV Plauen zur Unterstützung gekommen. Einer der wichtigsten Spieler bei den Dresdnern ist Stefan Heyde. Seit er 7 Jahre alt ist begeistert sich der 30-jährige für den Sport, der bereits vor über hundert Jahren bei den Olympischen Spielen vertreten war und seine ganz eigenen Anforderungen mit sich bringt. Stefans Heydes Trainer Toralf versucht vom Beckenrand aus, die notwendigen Anweisungen an seine Spieler weiterzugeben. Selber ist auch er seit 25 Jahren Wasserballer durch und durch. Für ihn ist der hierzulande immer noch recht unbekannte Sport vor allem eine körperschonende Mischung aus Körper und Geist.

"Früh" - das ist auch das richtige Stichwort, wenn man einen Blick auf die Spielvorbereitung wirft: Anders als in populäreren Sportarten legen die Spieler erst einmal selbst Hand an, um das Spielfeld für ein Spiel herzurichten. Anschließend geht es in die taktische Mannschaftsbesprechung. Welcher Gegner schwimmt am Schnellsten? Wie wirft der beste Werfer am liebsten? Auch in der Randsportart Wasserball soll kein Detail verborgen bleiben. Stefan Heyde ist mit seinen 30 Jahren einer der erfahreneren Spieler. Im Verein genießt er, der in der Jugend bei den 5 besten Mannschaften Deutschlands spielte, Kultstatus. Heute ist er selber Jugendtrainer der U14 des Vereins. Angesprochen auf das am Dienstag stattfindende Wasserballländerspiel zwischen Deutschland und Ungarn kommt aber auch in dem Routinier wieder kindliche Begeisterung auf.

Wenn am Dienstagabend um 8 der Anpfiff zum Länderspiel erfolgt, werden die Tribünen rappellvoll sein. Für das eigentlich ausverkaufte Spiel wird es aber noch ein paar Restkarten an der Abendkasse geben. Im Zweitligaspiel gegen Plauen reichte es für Stefan Heyde am Ende zu einem 8:8 Unentschieden. Als Mitorganisator des Länderspiels wird er - dann etwas mehr bekleidet - umso mehr auf einen Sieg der Heimmannschaft in Dresden hoffen.