Rohrbombenbastler stellt sich selbst der Polizei

Lesen Sie bei LEIPZIG FERNSEHEN Online die gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Leipzig und der Polizeidirektion Leipzig und erfahren Sie mehr zu der Festnahme des Rohrbombenbastlers und dem aktuellen Ermittlungsstand:

Nachdem gestern zwei Rohrbomben am S-Bahnhof Möckern aufgefunden wurden, nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Die Untersuchungen liefen in alle Richtungen, wobei besonderes Augenmerk auf den 20-jährigen Mann gerichtet wurde, welcher am Vortag (27.04.2010), gegen 03:00 Uhr, während einer Personenkontrolle mit zwei bauartgleichen Rohrbomben festgestellt wurde. Im Zusammenwirken mit der Deutschen Bahn AG wurde der Polizei bekannt, dass jener Fahrkartenautomat am Dienstag, 27.04.2010, gegen 01:05 Uhr, einen Defekt meldete. Eine erste Überprüfung durch die Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG am 27.04.2010 ergab, dass der Automat augenscheinlich beschädigt war und sich nicht mehr öffnen ließ. Hinweise darauf, dass die Beschädigung durch eine Explosion verursacht wurde, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Erst im Rahmen der am 28.04.2010 durchgeführten Öffnung des Automaten konnten im Inneren zwei Rohrbomben festgestellt werden, von denen bereits eine explodiert war.

Die Ermittlungsbehörden gehen aufgrund dieser Erkenntnisse davon aus, dass der 20-Jährige vor der Personenkontrolle diese Rohrbomben bereits dort platziert hatte. Untermauert wird diese Schlussfolgerung auch von der Tatsache, dass dieser Fahrkartenautomat in unmittelbarer Nähe des Kontrollortes und seiner Wohnung war.

In den Mittagsstunden des heutigen Tages stellte sich der Tatverdächtige selbst der Polizei. In der ersten Vernehmung gestand er, die Rohrbomben in den Fahrkartenautomaten gelegt zu haben.

Um das Ermittlungsergebnis nicht zu gefährden, werden am heutigen Tag keine weiteren Details bekannt gegeben. Nach Auswertung aller bisherigen Ermittlungsergebnisse wird die Staatsanwaltschaft Leipzig prüfen, ob sie gegen den Tatverdächtigen einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls beim Ermittlungsrichter stellt. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Polizei Leipzig