Rohstoffe im Erzgebirge: Hubschrauber-Erkundung beginnt

Die Befliegung ist Teil eines Forschungsprojektes mit dem Ziel, Methoden zur Erkundung von Rohstoffen aus der Luft weiterzuentwickeln. +++

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt zwischen dem 22. und 31. Oktober 2013 ihren Hubschrauber über dem Geyerschen Wald ein.

Es wird durch das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) bzw. das zu ihm gehörende Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) koordiniert.

Für die Befliegung des Geyerschen Waldes plant die BGR einen Zeitraum von zwei Wochen ein, da der Hubschrauber bei schlechtem Wetter nicht starten kann. Tatsächlich braucht er nur sieben Tage, um das gesamte, rund 110 km2 große Gebiet zu erfassen.

Das Projekt
Das Forschungsprojekt zur Erkundung von metallischen Rohstoffen im Erzgebirge wird gemeinsam durchgeführt durch das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am HZDR, die Technische Universität Bergakademie Freiberg und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Es wird begleitet durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Das Sächsische Oberbergamt hat die Aufsuchungsgenehmigung für das Projekt erteilt.

Das Projekt hat das Ziel, mittels geophysikalischer Verfahren das Rohstoffpotenzial des geologischen Untergrundes im Gebiet um Geyer bis in eine Tiefe von ca. 500 m zu erfassen. Das Gebiet beinhaltet die Gemeinden Ehrenfriedersdorf-Stadt, Gelenau/Erzgeb., Lauter-Bernsbach, Grünhain-Beierfeld-Stadt, Lößnitz-Stadt, Elterlein-Stadt, Raschau-Markersbach, Thum-Stadt, Zwönitz-Stadt, Auerbach, Drebach, Geyer-Stadt, Schwarzenberg/Erzgeb.-Stadt.

Die Umgebung der Stadt Geyer ist ein historisches Bergbaugebiet. Die Forscher wollen den Geyerschen Wald nun wieder – und genauer – nach Rohstoffen wie Zinn, Wolfram, Zink und Indium erkunden. Dazu kommen geophysikalische Methoden aus der Luft zum Einsatz. Anders als Erkundungsbohrungen sind sie flächendeckend und greifen nicht in den Boden ein. Die Experten der BGR messen damit elektromagnetische Signale aus dem Untergrund. Daraus leiten sie die elektrische Leitfähigkeit ab, welche wiederum Anzeichen für im Gestein vorhandene Erzminerale liefert. Mit der ersten Befliegung im Oktober 2013 soll der Untergrund zunächst bis in eine Tiefe von 150 m untersucht werden. In den kommenden beiden Jahren sind zwei weitere Befliegungen geplant. Dann soll der Boden bis in 500 m Tiefe erkundet werden.

Die Messsensoren befinden sich in einer zehn Meter langen Flugsonde, die an einem 45 Meter langen Kabel unter dem Hubschrauber hängt und in einer Höhe von 30 bis 40 Metern über dem Gelände nachgeschleppt wird. Im Gebiet fliegt der Hubschrauber in der Regel in einer Höhe von ca. 100 Metern und mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h. Es ist geplant, das Untersuchungsgebiet in großen Linienabständen von 300 oder 500 Metern zu befliegen. Der Hubschrauber wird vom Boden aus nur in entsprechend großen Abständen zu sehen sein, um Störungen zu minimieren.

Neben den geophysikalischen Methoden, die Auskunft über die Art der Rohstoffe geben, sollen später auch seismische Untersuchungen stattfinden. Sie werden durchgeführt durch die TU Bergakademie Freiberg und liefern Informationen zur Lage der möglichen Rohstoffkörper im Untergrund. Alle Daten sollen schließlich in ein hochaufgelöstes dreidimensionales geologisches Modell der Rohstofflagerstätte einfließen.

Quelle: Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR
Bildquelle: Messhubschrauber der BGR. © BGR