Rosen für Oslo

Im Moment schaut die ganze Welt gebannt nach Oslo, wo dem Massenmörder Anders Breivik der Prozess gemacht wird.

Gleichzeitig wird dabei aber auch den 77 Todesopfern gedacht, die das Massaker gefordert hat. Zur Erinnerung an sie soll in Norwegen ein schmiedeeisernes Monument errichtet werden. Daran beteiligt sich auch die alterwürdige Handwerkerschule in Chemnitz.

Detlef Bachmann schmiedet gegen das Vergessen. Im Hof des Beruflichen Schulzentrums II an der Promenadenstraße, der so genannten Chemnitzer Handwerkerschule, werden derzeit Rosen für ein Mahnmal in Oslo kreiert.

In der norwegischen Hauptstadt soll mithilfe von Rosen aus aller Welt eine große Gedenkstätte für die Opfer des Massakers vor einem Jahr entstehen. Aus Eisen geschmiedet soll die Rose als Blume der Liebe ein machtvolles Symbol setzen.

Interview: Detlef Bachmann – Metallbaumeister und Ausbilder

In dieser Woche werden 100 Jahre Handwerkerschule gefeiert. Vier Tage lang wird das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen begangen. Die Herstellung von insgesamt drei Rosen für das norwegische Mahnmal ist dabei für die Schmiedeinnung Chemnitz eine Herzensangelegenheit.

Interview: Bernhard Prüfer – Schmiedeinnung Chemnitz

Lehrlinge aus drei Lehrjahren beteiligen sich gemeinsam mit einem Handwerksmeister am Schmieden der Rosen. An dem Schmiedecontainer im Hof der Schule werden anschaulich die einzelnen Schritte zur Entstehung gezeigt.

Interview: Detlef Bachmann – Metallbaumeister und Ausbilder

Danach wird dem geschmiedeten Kunstwerk noch der letzte Schliff verpasst. Die aus Eisen gefertigten Rosen werden mit unbehandelter Oberfläche nach Norwegen geschickt, wo sie dann noch verzinkt werden.

In einer Rose stecken letztendlich rund fünf Stunden Arbeit und die ganze Erfahrung eines Handwerksmeisters.

Interview: Detlef Bachmann – Metallbaumeister und Ausbilder

Ursprünglich sollte die Rosen-Skulptur am ersten Jahrestag des Massakers am 22. Juli enthüllt werden.

Aufgrund der großen Resonanz aus der ganzen Welt wird dieser Termin nun verschoben. An die Opfer werden dann auch geschmiedete Rosen aus Chemnitz erinnern.