Roter Stern kritisiert Urteil des Sächsischen Fußballverbands

Leipzig - Im Dezember vergangenen Jahres kam es bei der Partie SV Naunhof gegen Roter Stern Leipzig zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Spielern. Dabei fielen homophobe, rassistische und sexistische Beleidigungen von den Naunhofer Spielern, wie die Presseabteilung von Roter Stern berichtet. Der Verein bittet nun um eine Neubewertung der gefällten Urteile.

Nachdem der Schiedsrichter dies nicht vermerken wollte, erhob der Verein eine Anklage gegen den Sächsischen Fußballverband (SFV). In den nun vorliegenden Urteilen, die drei Naunhofer Spieler betreffen, wird laut Roter Stern der "diskriminierende Charakter der Provokation nicht anerkannt und teilweise relativiert". Das Gericht bewertete beispielsweise den Spruch "Bist du schwul oder was?", der als Reaktion auf die enge Deckung des Verteidigers fiel, als fußballtypisch und somit nicht strafbar.
Der Verein bat um eine inhaltliche Neubewertung der Urteile, doch die Bitte wurde durch das Sportgericht des SFV abgelehnt.

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"Die Urteile des Sportgerichts ordnen die ausgesprochenen Diskriminierungen während unseres Auswärtsspiels nicht ein. Sie werden nicht einmal konkret benannt. Da eine Berufung der Verfahren ausgeschlossen ist, fordern wir zumindest eine klare Positionierung und eine Neubewertung der Vorfälle durch den Verband", sagt Conrad Lippert, Pressesprecher von Roter Stern Leipzig.