Rund 9 Prozent der Sachsen leiden unter Depressionen

Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Barmer GEK sind in Dresden knapp 10 Prozent der erwerbstätigen Personen von Depressionen betroffen. +++

Sehen Sie im Video einen Ausschnitt aus der aktuellen Drehscheibe Dresden mit dem Interview mit Paul Friedrich Loose, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in Sachsen.

BARMER GEK Gesundheitsreport 2014 Sachsen

Depressionen verursachen die meisten Fehltage

Bei rund 30 Prozent aller Erwerbspersonen wird, laut BARMER GEK Report 2014, mindestens einmal im Jahr eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Damit sind insgesamt viele Beschäftigte betroffen. Lediglich sechs Prozent davon werden aber tatsächlich aufgrund der Erkrankung arbeitsunfähig und nur ein Prozent wurde im Krankenhaus behandelt. Betroffen sind merklich öfter Frauen als Männer, Ältere als Jüngere und Arbeitslose als Berufstätige. Mit rund elf Prozent zählt die Diagnose Depression bei Erwerbstätigen zu den häufigsten psychischen Leiden.

Von den Arbeitgebern unterschätzt

Wenn die Betroffenen mit psychischen Erkrankungen krankgeschrieben werden, dann fallen sie durchschnittlich für 52 Tage aus, bei Depressionen sogar mehr als 70 Tage. Psychische Erkrankungen sind für fast 20 Prozent der bundesweiten Fehltage verantwortlich. „Noch immer werden sie von Arbeitgebern unterschätzt. Nur wenige Firmen haben bereits Maßnahmen zur psychischen Gesundheit im Arbeitsalltag integriert“, sagt Paul Friedrich Loose, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in Sachsen und verweist auf die Umfrageergebnisse des regelmäßig seit 2008 von der Kasse durchgeführten Firmenkundenmonitors Gesundheit. In der Befragung 2014 schätzte die Mehrheit der Arbeitgeber den Anteil von psychischen Erkrankungen, gemessen an allen Fehlzeiten im Unternehmen kleiner 10 Prozent ein.

Führungskräfte besser schulen

Der aktuelle BARMER GEK Gesundheitsreport 2014 stellt fest, dass Depressionen, als häufigste Diagnose unter den psychischen Erkrankungen zu den längsten Ausfallzeiten führen. Bei rund zwei Prozent der Erwerbspersonen haben sie innerhalb eines Jahres zu durchschnittlich 71 Fehltagen geführt. „Depression ist eine ernstzunehmende, aber auch gut zu behandelnde Erkrankung. Arbeitergeber können einen wertvollen Beitrag im Umgang mit psychischen Erkrankungen leisten, indem sie Führungskräfte und Mitarbeiter für Depression sensibilisieren und Betroffene unterstützen sich professionelle Hilfe zu suchen“ sagt Privatdozentin Dr. Christine Rummel-Kluge, Geschäftsführerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Sachsen leicht unter dem Bundesdurchschnitt

In Sachsen wurden bei 28,1 Prozent der Erwerbsfähigen psychische Erkrankungen diagnostiziert. „Das sind erfreulicherweise weniger als im Bundesdurchschnitt, denn da waren es fast 30 Prozent“, sagt Loose. Die Diagnose Depressionen haben davon bundesweit rund 11 Prozent, in Sachsen jedoch nur 8,7 Prozent erhalten. Zwischen den einzelnen Kreisen im Land jedoch gibt es merkliche Unterschiede. So findet man in Leipzig (10,3 Prozent) und Bautzen (10,1 Prozent) sachsenweit die meisten an Depressionen erkrankte Arbeitnehmer/innen, dagegen im Vogtlandkreis (7,1 Prozent) und im Erzgebirge (7,3 Prozent) die wenigsten.

Psychische Erkrankungen nach Alter und Geschlecht

Am häufigsten wird eine psychische Störung im Alter zwischen 55 und 59 Jahren diagnostiziert. Altersübergreifend sind rund 23 Prozent der männlichen und fast 38 Prozent der weiblichen Erwerbspersonen betroffen. Auffällig ist, dass fast 21 Prozent der 16- bis unter 20-Jährigen ein psychisches Leiden aufweisen, und dass in dieser Altersgruppe auch die meisten Krankenhausbehandlungen aufgrund einer psychischen Störung erfasst werden. Bei den jungen Männern ist hierfür maßgeblich der Alkoholmissbrauch verantwortlich.

Psychische Erkrankungen nach Berufsfeldern

Am seltensten wird eine psychische Störung bei Erwerbspersonen aus technisch-naturwissenschaftlichen Berufen diagnostiziert (24,4 Prozent), am häufigsten (32,6 Prozent) bei Erwerbspersonen in Sozial- und Erziehungsberufen und Seelsorgern. Aus dieser Berufsgruppe leiden 13,2 Prozent explizit unter einer Depression, sie bekommen am häufigsten Psychopharmaka verordnet und befinden sich relativ häufig in therapeutischer Behandlung (4,5 Prozent).

Eine merklich höhere Diagnoserate als Berufstätige weisen Arbeitslosengeld-I-Empfänger auf. 41,7 Prozent haben eine psychische Störung, eine Depression wurde bei 20,7 Prozent diagnostiziert und sechs Prozent erhalten eine Therapie.

Quelle: Barmer GEK Sachsen

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