Rustikale Technik aus der Vergangenheit

Penig/Amerika. Mit Museumstechnik wurde einst in der Baumwollspinnerei in Amerika bis 1992 gearbeitet. Ab und An kann diese besichtigt werden.

Amerika (UW). Die Maschinenwerkstatt der ehemaligen Baumwollspinnerei in Amerika war am Samstag Ziel vieler Museumsbesucher. Vor allem der um 1900 stammende Maschinenpark hatte es den Gästen angetan. „Bis 1992 wurde damit gearbeitet“, berichtete Hermann Richter, der die Führung durchführte. „Die Frauen der Spinnerei wechselten Bauteile oftmals selbst aus, damit die Spinnmaschinen nicht sehr lange still standen.“

Der Antrieb erfolgte über eine Transmission an der Decke. Die Technik, die noch ohne jegliche Computerunterstützung auskam, erwies sich als robust und Standfest. „Die Leute damals waren schlaue Köpfchen“, meinte Hermann Richter. So steht in der Werkstatt eine acht Meter lange Drehbank, deren Bau schon damals eine große Leistung war.

In der Werkstatt befindet sich auch die letzte Peniger Feilenhauerei. Sie ist eine Leihgabe. Ihr Eigentümer hatte in Penig seine Werkstatt und fertigte Feilen an. Er hat sie selbst gehauen und gehärtet.

Beim Hochwasser 2002 stand die Werkstatt komplett unter Wasser. Die Technik versank im Schlamm. „Wir haben viel Arbeit in das Objekt investiert, um alles wieder zu säubern und gangbar zu machen“, so Richter. „Es war mühevoll, alles zu reinigen und den Schlamm wegzubringen.“

Den Gästen wurde auch ein Blick in die Wasserkraftanlage gewährt. Dort konnte neben der aktuellen Technik auch eine alte Dampfturbine von der Papierfabrik Penig besichtigt werden. Neuestes Exponat, dass noch abgedeckt im Freien lagerte ist ein Notstromaggregat aus dem Palast der Republik.

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