Sachsen belegt im „Bildungsmonitor“ erneut Platz Eins

Berlin/Dresden (dapd-lsc). Der „Bildungsmonitor 2012“ bescheinigt Sachsen zum siebten Mal in Folge das leistungsfähigste Bildungssystem aller Bundesländer.

Auf den weiteren Plätzen der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Vergleichsstudie kommen Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern. Den letzten Platz belegt Schleswig-Holstein. „Sachsen und Thüringen belegen Spitzenplätze, weil sie eine ausgezeichnete Förderinfrastruktur vorhalten und sehr gute Bedingungen für eine individuelle Förderung bieten“, hieß es.

Die jährliche Studie im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Markwirtschaft gilt als umstritten. Kritiker monieren ihren wirtschaftlichen Fokus. Bewertet wurden in der Studie 13 Handlungsfelder und 110 Indikatoren. Es geht darum, wie ein Bundesland die Infrastruktur verbessert, Teilhabe sichert und – wie die Autoren betonen – Wachstumskräfte stärkt.

Spitze ist Sachsen vor allem in der sogenannten Förderinfrastuktur. So weise das Land mit Thüringen die höchsten Betreuungsquoten in Ganztagseinrichtungen auf. 2010 waren es 71 Prozent der sächsischen Grundschüler (Bundesdurchschnitt 23 Prozent) . Auch bei der Qualifikation des Personals habe das Land in den vergangenen Jahren die größten Fortschritte erzielt, hieß es.

Über die sächsische Bildungspolitik wurde in den vergangenen Monaten aufgrund des Lehrermangels heftig gestritten. Im Doppelhaushalt 2013/14 will die CDU/FDP-Landesregierung wieder deutlich mehr Geld für Bildung ausgeben.

Die Top-Position sei vor allem „ein starkes Zeugnis für Lehrer und Erzieher, aber auch für die Schüler, die mit ihren guten Schulleistungen im bundesweiten Vergleich bestechen“, erklärte Sachsens Kultusminsterin Brunhild Kurth (parteilos). Die Studie decke aber auch Verbesserungsbedarf auf. So sei die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zwar gesunken, im Bundesvergleich aber immer noch zu hoch.

„Unsere größte Baustelle wird allerdings der wachsende Bedarf an Lehrkräften sein“, sagte Kurth. Es müssten dringend die Anstrengungen forciert werden, den Lehrerbedarf mit eigenen Bewerbern zu decken.

Dem Bildungsmonitor zufolge schneidet Sachsen in den meisten der 13 Handlungsfelder gut ab. Neben der Förderung von Schülern belegt das Land auch in der Schulqualität, den Bildungsausgaben und bei den Betreuungsbedingungen in Kindergärten und Schulen vordere Plätze. In der Kritik steht dagegen der hohe Altersdurchschnitt der Lehrer an allgemeinbildenden Schulen.

dapd