Sachsen beteiligt sich an Demografie-Projekt der EU

Sachsen trifft weitere Vorkehrungen, um den demografischen Wandel abzufedern.

Der Freistaat arbeitet in den kommenden zwei Jahren eng mit zwölf anderen europäischen Regionen zusammen, die selbst überdurchschnittlich stark von einer überalternden Gesellschaft betroffen sind. Die Länder wollen voneinander lernen, wie man mit deren Auswirkungen umgeht.

Den Ausgangspunkt bildet das von der EU geförderte Projekt DART (Declining, Ageing and Regional Transformation). Ziel ist es, die Auswirkungen von Alterung und schrumpfender Bevölkerung zu gestalten und damit einhergehende Probleme für den Bildungssektor, für Unternehmen, die medizinische Versorgung und für soziale Dienste zu meistern.

Im Mittelpunkt des bis Ende 2012 angelegten Projekts stehen Strategien und der Erfahrungsaustausch von Beispielen „guter Praktiken“. Darüber hinaus will man Indikatoren entwickeln, um den demografischen Wandel „angemessen“ abbilden zu können. Die Ergebnisse münden in eine europäische Diskussion und dienen einer stärkeren Ausrichtung der europäischen Politik auf den demografischen Wandel.

Der Freistaat wird in diesem Zusammenhang im Frühjahr 2011 eine Fachkonferenz ausrichten. Sie befasst sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels sowie dessen Chancen insbesondere für die kleineren und mittleren Unternehmen.

„Viele europäische Regionen haben bei der Bevölkerungsentwicklung ähnliche Probleme wie Sachsen“, erklärt Sachsens Staatskanzleichef Johannes Beermann. „Wir wollen von unseren Partnern lernen und gemeinsam Ideen entwickeln. Zugleich können wir unseren eigenen Erfahrungsschatz beim Umgang mit Bevölkerungsrückgang und Alterung in die Waagschale legen. Schließlich haben wir uns dem demografischen Wandel frühzeitig gestellt.“

Die Partner des DART-Projektes sind öffentliche Institutionen der Regionen Brandenburg, Limburg (Niederlande), Centru (Rumänien), Kainuu und Nord-Karelien (Finnland), Galizien (Spanien), Zentral-Böhmen (Tschechien), Slowenien, Niederschlesien (Polen), Galway (Irland), Niederösterreich (Österreich) und Venetien (Italien).

Das Projekt wird im Rahmen des EU-Programms INTERREG IVC und damit als Teil der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit aus Strukturfondsmitteln (EFRE) gefördert. Die Laufzeit des DART-Projektes endet am 31. Dezember 2012. Es ist eines von 74 Projekten, die EU-weit (plus Norwegen und Schweiz) durch das Programm INTERREG IVC unterstützt werden. Insgesamt waren beim INTERREG-Sekretariat über 400 Projektanträge gestellt worden.