Sachsen erobern mit gestickten Heizelementen den Weltmarkt

Dresden - Das Geräusch der Stickmaschine hallt durch einen Raum in Dresden Dobritz. Heizelemente werden hier auf Glasfaserstoff gestickt. Sie sollen einmal ein Werkzeug ergeben, um Autoteile herzustellen. Diese Heizstrukturen bringen Wärme an das Bauteil, so kann der Fertigungsprozess schneller und kostengünstig gestaltet werden. Das Unternehmen qpoint composite arbeitet seit 2010 auf der Breitscheidstraße und hat sich 2009 gegründet. In der Praxis sieht das so aus: Die reale Geometrie eines Urmodells wird mit Hilfe eines Messarms vermessen. Abweichungen von 0,2mm sind bei den hier entstehenden Werkzeuggrößen erlaubt. Am Ende muss ja alles stimmen. Dann kommt die Stickmaschine zum Einsatz. Heizelemente werden hier auf Stoffe aufgebracht. 

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Hunderte Muster können so auf einer Fläche von 150x180cm aufgestickt werden. Danach wird dieser Stoff auf das Urmodell vorübergehend millimetergenau fest geleimt. Anschließend wird unter Vakuum Epoxid-Harz eingefüllt, so dass nach Aushärtung ein Verbundwerkstoff entsteht. Komplett fertig sieht ein in Dresden hergestelltes Formwerkzeug dann so aus. Dies ist eine Schablone für einen Unterboden eines Mc Laren Autos. In Dresden werden übrigens auch solche Kaschieranlagen hergestellt. Mit denen können beispielsweise Werkzeuge für eine Armauflage im Auto hergestellt werden. Die Firma mit ihren 20 Mitarbeitern agiert inzwischen nicht mehr nur europaweit. In den letzten Jahren hat sie Handelsvertretungen in Südkorea und Japan aufgebaut. Aktuell wollen die Sachsen den amerikanischen Markt erobern. Eine Vision für das Unternehmen existiert auch schon in den Köpfen der Macher. Das was die Dresdner Firma herstellt, macht sie einzigartig. Und wer weiß? Vielleicht sitzen auch Sie bald in einem Auto oder Flugzeug, dessen Bauteile mit Hilfe eines Werkzeugs aus Dresden gefertigt wurde.