Sachsen: Häufiger Sanktionen bei ALG II

Die Zahlen sprechen für sich – im vergangenen Jahr haben die sächsischen Jobcenter insgesamt 74.800mal Empfängern von Arbeitslosengeld II Leistungen gekürzt.

Das sind 1.500 mehr Sanktionen als im Vorjahr.

Zumeist wird zu diesem Mittel gegriffen, wenn arbeitslos gemeldete Frauen und Männer nicht zu vereinbarten Terminen erscheinen. Dann beträgt die Leistungskürzung pauschal 10 Prozent. Es gibt aber noch weitere Gründe.

Interview: Frank Vollgold, Pressesprecher Bundesagentur für Arbeit – Regionaldirektion Sachsen

Als Grund für den Anstieg der Sanktionen hat man bei der Bundesagentur für Arbeit eine überraschende Erklärung: die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Da es aktuell so viele registrierte offene Stellen gibt, würden die Mitarbeiter der Jobcenter auch öfter zu Terminen einladen – die dadurch gehäufter nicht eingehalten werden.

Interview: Frank Vollgold, Pressesprecher Bundesagentur für Arbeit – Regionaldirektion Sachsen

Hauptsächlich sind es jüngere Menschen, die nicht zu Terminen der Arbeitsagentur erscheinen. Gerade auch im Hinblick auf diese Zielgruppe hatte die Bundesagentur für Arbeit vor drei Jahren einen SMS-Service eingeführt. Dabei erhalten Arbeitssuchende 24 Stunden vor ihrem Termin eine Erinnerungsnachricht.

Ist es nicht möglich, den Termin einzuhalten, kann immer telefonisch oder per Internet abgesagt werden.

Interview: Frank Vollgold, Pressesprecher Bundesagentur für Arbeit – Regionaldirektion Sachsen

Nicht nur für die Arbeitssuchenden sind die Sanktionen mit Blick auf Einschnitte bei den Leistungen ärgerlich. Für die Jobcenter bedeuten diese immer einen höheren Verwaltungsaufwand, auf den sie gerne verzichten würden.