Sachsen: Hohe Grundwasserstände bis ins Frühjahr

Umweltminister Frank Kupfer warnt: Wasserspiegel bei Bauplanungen beachten

Das Hochwasser geht zurück, Probleme macht jetzt in vielen Teilen Sachsens das Grundwasser. An mehr als 90 Prozent der Landesmessstellen sind derzeit weit über dem Monatsdurchschnitt liegende Grundwasserstände zu verzeichnen. Das hat eine Auswertung der aktuellen hydrologischen Situation durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ergeben. Die Messwerte liegen 50 bis 150 Zentimeter über dem für diese Jahreszeit typischen Mittelwert.

Verantwortlich dafür ist nicht nur das aktuelle Wettergeschehen, sondern vor allem die Starkregenperiode im zweiten Halbjahr 2010. Normalerweise nehmen die Pflanzen im Sommer das meiste Niederschlagswasser auf oder es verdunstet. Dadurch kommt es nicht zu einer erhöhten Neubildung von Grundwasser. Nicht so im vergangenen Jahr: Durch die hohen Niederschläge versickerte mehr Wasser in den Böden, der Grundwasserspiegel stieg an. Die zurückliegende Hochwassersituation hat diesen seltenen Effekt verstärkt. Deshalb werden die hohen Grundwasserstände noch mindestens bis in das Frühjahr anhalten.

Umweltminister Frank Kupfer weist auf die gesetzlich geregelte Eigenverantwortung beim Schutz vor hohen Wasserständen im Grundwasser hin. „Bauherren rate ich dringend, stets den höchsten anzunehmenden Grundwasserstand zu beachten und sich von Architekten beraten lassen.“

Aktuelle Grundwasserstände sind zu finden auf der Internetseite des LfULG www.umwelt.sachsen.de.umwelt/wasser/77.htm.