Sachsen ist gerüstet für die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte

Die gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung und die Kassenzahnärztliche Vereinigung haben eine unterschriftsreife Vereinbarung zur Finanzierung der Kartenlesegeräten vorgelegt. +++

Darin werden detaillierte Fristen und Verantwortlichkeiten festgeschrieben. „Wir freuen uns, zu den ersten Bundesländern zu gehören, in denen diese regionale Umsetzungsvereinbarung jetzt schon vorliegt“, sagt Mirko Weißbach, Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft SaxMediCard. „Dies ermöglicht den sächsischen Ärzten und Zahnärzten nun, ab April Lesegeräte für die neue Karte und eine aktualisierte Praxissoftware zu beschaffen.“

Die Krankenkassen erstatten den über 6.600 Ärzten und 2.000 Zahnärzten für Bestellungen bis zum 30. September 2011 pauschal 355 Euro für stationäre und 280 Euro für mobile
Lesegeräte sowie 215 Euro für installationsbedingte Aufwendungen. Die sächsischen
Krankenhäuser wurden bereits im Rahmen der Budgetverhandlungen 2009/2010 mit
Lesegeräten ausgestattet.

Im 4. Quartal beginnen die Krankenkassen, die neue Karte an ihre Versicherten auszugeben. Diese hat künftig ein Lichtbild. Zusätzlich zu den bisherigen Versichertendaten ist z. B. auch der Zuzahlungsstatus des Versicherten gespeichert. Die Krankenkassen werden ihre Versicherten rechtzeitig detailliert informieren.

Weißbach resümiert: „Mit der Vereinbarung liegen wir gut im Zeitplan. Auch bei dieser
Aufgabe hat sich die engagierte zielorientierte Zusammenarbeit aller Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft SaxMediCard wieder bewährt.“ Deshalb sei er sicher, dass die von Bundesgesundheitsminister Rösler im GKV-Finanzierungsgesetz festgeschriebene ambitionierte
Aufgabe zu schaffen ist, noch 2011 ein Zehntel aller gesetzlich Versicherten mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte zu versorgen.

Ausblick
Die medizinische Telematik-Infrastruktur wird in den nächsten Jahren schrittweise
ausgebaut. Dafür sind weitere Anwendungen und Tests geplant. Die Gesellschaft für
Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) erstellt zur Zeit die Rahmenkonzeptionen (Lastenhefte) für diese Anwendungen.

In den bisherigen Testphasen war die sächsische Region Löbau-Zittau sehr erfolgreich. So wurden im Jahr 2010 fast 7.500 elektronische Gesundheitskarten ingelesen und
abgerechnet. „Hier könnten auch die zukünftig anstehenden Tests zügig begonnen werden, da die Zusammenarbeit der Beteiligten in der Testregion nach wie vor gut funktioniert“,
betont Weißbach.

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