Sachsen ist Hot-Spot für West-Nil-Virus

Sachsen- Im Osten Deutschlands verbreitet sich aktuell, das erst seit Kurzem beim Menschen auftretende West-Nil-Virus durch heimische Stechmücken.

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So sagte es Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung, der DPA. Betroffen seien Thüringen, Sachsen und Brandenburg, aber auch Bayern.

Ein Fünftel der infizierten Personen erleidet laut RKI fieberhafte, grippeähnliche Symptome, die etwa drei bis sechs Tage andauern. Symptome seien beispielsweise Fieber, Schüttelfrost oder Kopf-und Rückenschmerzen. Die Inkubationszeit beträgt 2–14 Tage. Es komme selten zu schweren Verläufen. Diese könnten aber tödlich enden, so Werner.

Das West-Nil-Virus komme vor allem in wärmeren Gefilden vor. Laut dem RKI gelangte das Virus aus den Tropen durch Zugvögel nach Europa. In Südeuropa werde es schon seit langem in der Sommerzeit übertragen. Es könne auch vor Ort in Mücken überwintern. Betroffen seien häufig Südfrankreich, Nord-Italien, Griechenland und weite Teile des Balkans, aber auch Teile von Tschechien, Ungarn, Slowakei und Österreich sowie die Türkei. In Deutschland werden seit 2019 Fälle beim Menschen registriert, so das RKI. Auch in den Sommern 2020 und 2021 gab es bekannte Fälle. Das Virus werde hauptsächlich zwischen wildlebenden Vögeln durch Stechmücken übertragen. Mücken, die sich an Vögeln infiziert haben, könnten es aber auch auf den Menschen übertragen.

Laut Werner führe die Klimaveränderung dazu, dass sich die Erreger in den Mücken besser vermehren könnten. Es sei damit zu rechnen, dass sich der Erreger weiter etabliert. (mit dpa)