Sachsen leuchtet in Tokio

Zukunftstechnologien sind klein, kleiner, nano. In Sachsen ebenso wie in Tokio.

In Japans Hauptstadt startet am 27. Januar die 15. Ausgabe der internationalen Weltleitmesse NANOTECH. An drei Messetagen werden die neuesten Trends der Nanotechnologie gezeigt. In Tokio mit dabei sind auch 14 sächsische Aussteller sowie das Netzwerk Organic Electronics Saxony (OES).

„Die NANOTECH ist die bedeutendste internationale Fachmesse im Bereich der Nanotechnologie. Da darf Sachsen als einer der deutschlandweit wichtigsten Standorte in diesem Bereich nicht fehlen. Bereits seit 2007 sind wir mit einem Sachsen-live-Stand auf der Messe nachhaltig präsent, denn Kontinuität ist bei der Erschließung des japanischen Marktes besonders wichtig“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig. Organisiert wird der „Sachsen-live“-Gemeinschaftsstand auch in diesem Jahr wieder von der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS), im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Mit seinen 200 Nanotechnologie-Akteuren gehört Sachsen heute zu den Top 5 der Nanotechnologie-Standorte in Deutschland. „Auf vielen Anwendungsgebieten der Nanotechnologie, wie der Verwendung ultradünner Nanoschichten sowie von Nanopartikeln, ist Sachsen eine führende Region in Europa. Die hervorragende Forschungsinfrastruktur, welche zahlreiche Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verbindet, ist hierbei ein wesentlicher Faktor für den Erfolg Sachsens“, erklärt WFS-Geschäftsführer Peter Nothnagel. „Die Nanotechnologie ist eine Querschnittstechnologie, die einerseits vielen verschiedenen Industriezweigen dient und andererseits von diesen Kompetenzen und Zulieferleistungen benötigt. Gerade Sachsen zeichnet sich durch ein dichtes Geflecht von Anwender- und Zulieferbranchen aus, die der Entwicklung und der wirtschaftlichen Nutzung der Nanotechnologien Impulse geben und Wege ebnen“, so Nothnagel weiter.

Auf der NANOTECH erstmalig mit dabei ist die Firma SIOD aus Chemnitz. Durch die Verwendung von ultraflachen organischen Leuchtdioden (OLED) bringt SIOD Papier buchstäblich zum Leuchten. Das gleichnamige Produkt der Firma ist fast so dünn wie Papier und zudem biegsam. Bereits integrierte Batterien liefern die Energie – eine Anbindung an externe Energiequellen ist nicht notwendig. SIOD ist zudem günstig und schnell in großen Mengen herstellbar. Seine Anwendungspalette reicht von leuchtenden Anzeigen in Magazinen bis hin zu animierten Werbeplakaten an Supermarktregalen. Im vergangenen Jahr wurde das Chemnitzer Jungunternehmen mit dem Start-up-Paket der Stadt Chemnitz ausgezeichnet. Mit dem Preis werden besonders zukunftsträchtige und innovative Neugründungen prämiert. Anfang des Jahres 2015 erfolgte der Umzug auf den Smart-System-Campus Chemnitz. Das dortige „Start-up-Gebäude“ bietet jungen Unternehmen wie SIOD hervorragende infrastrukturelle Möglichkeiten und ein ideales Wachstumsumfeld.

Rund um die NANOTECH hat die WFS ein interessantes Rahmenprogramm organisiert. Eröffnet wurde der Reigen der Veranstaltungen bereits am 25. Januar mit dem 4. Deutsch-Japanischen Workshop zum Thema „Organic Electronics and Nano Materials for Energy“ im Tokio International Forum. Rund 80 japanische Gäste lauschten den Vorträgen der sächsischen Experten, japanischer Firmen und der Beteiligten der Yamagata Universität. Der Workshop war zugleich Auftakt der Innovationskooperation zwischen OES und Japan im Rahmen der vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Maßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“.

Am 26. Januar reisen die Sachsen nach Yonezawa in der Yamagata Präfektur, wo sie das Innovation Center, das Batteriezentrum sowie das „Smart Mirai House“ der Universität besichtigen. Dort beraten die sächsischen und japanischen Unternehmen sowie die Vertreter der Yamagata Universität in sieben Expertengruppen über die konkreten Schritte der Zusammenarbeit.

Auf dem „Sachsen-live“-Gemeinschaftsstand werden an allen drei Messetagen Experten aus Sachsen, aber auch die Geschäftspartner von der Yamagata und der Tohoku Universität ihre innovativen Produkte und Forschungsergebnisse auf einem dafür eingerichteten Vortragsforum vorstellen. Zusätzlich werden Einzelgespräche zwischen Mittelständlern aus Tokio und den sächsischen Ausstellern auf dem Messestand organisiert.

Neben den Ausstellern auf dem „Sachsen-live“-Stand haben noch drei weitere sächsische Firmen sowie ein Fraunhofer-Institut die Reise nach Japan angetreten und bringen sich bei den verschiedenen Programmpunkten ein. So sollen in Yonezawa beispielsweise gemeinsame Versuche mit flexiblem Glas stattfinden und in Sachsen entwickelte Messtechnik getestet werden.

Unterstützung bei der Organisation des Rahmenprogrammes erhält die WFS von OES. „Wir haben gerade erst die Spitzenförderung des BMBF zur Internationalisierung erhalten. Durch diese können unsere Mitglieder in Zusammenarbeit mit japanischen Partnern neue Technologien noch schneller zur Marktreife bringen und so die sächsische Führungsposition in der organischen Elektronik festigen“, so Dr. Dominik Gronarz, Geschäftsführer der OES.

Pressemitteilung WFS – Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH