Sachsen muss mit weniger Wasser auskommen

Dresden - Sachsen muss sich in Zukunft darauf einstellen, mit weniger Wasser auszukommen. Dafür wird nun an einem einem neuen Konzept gearbeitet, wie Medien berichten. Dieses enthält fünf wichtige Punkte: mehr mit Wasser haushalten, Brauchwasser nutzen, weniger Flächenversiegelung, eine verbesserte Wasserspeicherung und eine bessere Vernetzung von Talsperren und Leitungen, so die DNN.

© Sachsen Fernsehen

Punkt eins: Noch sparsamer mit Wasser haushalten
Die Sachsen liegen mit einem Verbrauch von 96 Litern pro Person am Tag schon weit unter dem Bundesdurchschnitt, welcher 129 Liter beträgt. Aber auch wenn sie deutschlandweit den geringsten Frischwasser-Verbrauch haben, lassen sich im Alltag kleine Änderungen einbauen, welche noch mehr Wasser einsparen. Beispielweise das Benutzen der Spül-Spartaste oder das Weiterverwenden von Koch- und Abwaschwasser von Obst oder Gemüse für das Gießen der Blumen.

Punkt zwei: Verwendung von Brauchwasser
Private Haushalte machen nur einen geringen Anteil des Wasserverbrauchs aus, deshalb ist das Umweltministerium der Meinung, dass es Veränderungen bei den Großabnehmern geben muss.

Eine Mögliche Lösung ist das Verwenden von Brauchwasser von eigenen Brunnen oder Wasser-Kreisläufen. Sie könnten den Trinkwasserverbrauch deutlich reduzieren. Im Gespräch sind außerdem Auen, Wälder und Böden, welche zusätzliche als Rückhaltemöglichkeiten für Trinkwasser funktionieren könnten.

Punkt drei: Weniger Versieglungen
Laut Umweltministerium werden die sogenannten „Schwammstädte“ in Zukunft eine größere Bedeutung bekommen. Dabei geht es darum, möglichst viel Wasser aufzufangen und abzuspeichern. Vor allem in Großstädten wie Dresden und Leipzig wird dies wichtig werden. Die Schwammstädte sind schon ein Punkt in der neuen Förderrichtlinie „Stadtgrün“ in Sachsen, an welcher derzeit gearbeitet wird. Dabei sollen so wenig Flächen wie möglich versiegelt werden. Stattdessen sollen mithilfe von lose gelegte Pflastersteine die Flächen durchlässiger gemacht werden. Als Folge kommt der (Stark)regen, welcher vermehrt auftritt, nicht in die Kanalisation, sondern würde versickern und dem Grundwasserspiegel helfen. Weitere Möglichkeiten sind das Anpflanzen von Bäumen und anderen Gehölzen, welche Wasser speichern, sowie Gründächer für Neubauten.

Punkt vier: Verbesserte Wasserspeicherung
Der Wasserrückhalt ist ein Grundproblem in Sachsen. Die Grundwasserstände sinken seit Jahren, genauso wie die Flussspiegel aktuell wieder fallen. Vor allem bei kleinere Flüsse wie die Trebisch oder Weiße Elster. Diese liegen oft unter Normalständen. Aber auch die Elbe führt zu wenig Wasser. Aus diesem Grund soll laut Umweltministerium die Wasserbindung verbessert werden. Möglichkeiten auf eine Verringerte Verdunstung wären das Umbauen von Nadelbäumen zu Mischwäldern und das Mulchen statt Pflügen. Vor allem in den Regionen in denen der Boden sandig und damit wasserdurchlässiger ist, müssten „natürliche Wasserspeicherungen“ verstärkt angewendet werden.

Punkt fünf: Bessere Vernetzung von Talsperren und Leitungen
In der Vergangenheit wurde deutlich, dass das Talsperren-System robust aber noch ausbaufähig ist. So kam es in den letzten Trockenzeiten an seine Grenzen. Bei der Vernetzung von Talsperren ist die Planung das Nutzen von bestehenden Verbindungen, wie alte Tunnel und Stollen zum Durchleiten, statt neue Fernleitungen zu bauen. Zusätzlich schränke die Wasserabgabe die Waldschäden ein, welche durch Dürre und Borkenkäfer entstehen. Diese sorgen für ein noch geringeres Volumen zum Wasserspeichern.