Sachsen unterstützt Schaf- und Ziegenhalter bei Schutz vor dem Wolf

In Sachsen werden rund 70.000 Schafe gehalten. Mit der Ausbreitung des streng geschützten Wolfes werden absehbar auch Regionen wie das Erzgebirge und das Vogtland erstmalig mit der Notwendigkeit eines effektiven Herdenschutzes konfrontiert. +++

Der Freistaat Sachsen wird die Schaf- und Ziegenhalter auch künftig unterstützen. Das sagte Agrarstaatssekretär Herbert Wolff anlässlich des auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch stattfindenden 22. Sächsischen Schaftages.

 „Sachsens Schäfer leisten für die Gesellschaft wichtige Arbeit. Sie tragen zur Erhaltung des Dauergrünlandes und zur Offenhaltung der Landschaft bei“, so der Staatssekretär. „Die Beweidung mit Schafen erhält und verbessert den Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere. Vor allem in Naturschutzgebieten ist sie ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität.“ In der Schafhaltung sind die Tierhalter neben den zu erzielenden Einkünften aus der Vermarktung von Schlachtlämmern, Wolle und Milch auch auf Erlöse aus der Landschaftspflege angewiesen. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens fördert der Freistaat ein Projekt zur Identifizierung nachhaltig wirtschaftlicher Betriebsstrategien. Die Betriebsleiter erhalten damit Hilfestellung für die eigene Betriebsentwicklung zur Sicherung einer zukunftsorientierten Schafhaltung bei gleichzeitiger Erzielung eines ausreichenden Einkommens.

Das im Rahmen der aktuellen Förderperiode der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) angebotene sächsische Agrarumweltprogramm enthält im Teil Grünland auch eine Maßnahme zur naturschutzgerechten Hütehaltung und Beweidung mit Schafen und Ziegen. An diesem der Landschaftspflege dienenden Programmteil nehmen Schaf- und Ziegenhalter auf 647 Einzelvorhaben mit insgesamt 7 460 Hektar Fläche teil.

Für die Pflege von Hochwasserschutzdeichen führt die Beweidung mit Schafen zum Erhalt einer dichten Grasnarbe. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen und Berechnungen wird die Landestalsperrenverwaltung ab dem Vertragsjahr 2016 für die Deichpflege mit Schafen höhere Pflegeentgelte vereinbaren, die abhängig von den zu erbringenden Pflegemaßnahmen fünf bis 14 Cent pro Quadratmeter betragen. Damit werden diese für Hochwasserschutz wichtigen Pflegeleistungen durch den Freistaat Sachsen angemessen honoriert.

Mit der weiter voranschreitenden Ausbreitung des streng geschützten Wolfes werden absehbar auch Regionen wie das Erzgebirge und das Vogtland erstmalig mit der Notwendigkeit eines effektiven Herdenschutzes konfrontiert. In mehreren vom Freistaat Sachsen geförderten Projekten werden daher entsprechende Empfehlungen insbesondere für kleinere Schaf- und Ziegenhaltungen, aber auch für landwirtschaftliche Wildgatter und andere Tierarten erarbeitet. Darüber hinaus wird eine intensive Präventionsberatung der Tierhalter hinsichtlich der Mindestanforderungen zur Vermeidung vor Wolfsschäden, zur Schadensregulierung sowie zu anderen Fördermöglichkeiten angeboten.

Im Bereich der Tierzuchtförderung wird der Sächsische Schaf- und Ziegenzuchtverband bei der Zuchtbuchführung, der Durchführung von Leistungsprüfungen sowie der Veranstaltung von Zuchttierschauen durch den Freistaat finanziell unterstützt. Darüber hinaus gibt es die staatliche Förderung zur Erhaltung existenzbedrohter Schaf- und Ziegenrassen (Merinofleischschaf, Ostfriesisches Milchschaf, Leineschaf, Skudde sowie Thüringer Wald Ziege).

Hintergrund: In Sachsen werden aktuell (Stand Nov. 2014) 69 400 Schafe gehalten, darunter 50 400 Zuchtschafe, hinzukommen (Stand Jan. 2014) rund 16 000 Ziegen. Im Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband (SSZV) sind etwa 250 Schaf- und Ziegenhalter organisiert.

Quelle: Landwirtschaftsministerium Sachsen