„Sachsen wieder nach Sachsen zurückholen“

Regierung will neue Pendler-Aktion starten

Dresden (dapd-lsc). Als Reaktion auf den Fachkräftemangel will die Landesregierung eine neue Rückholaktion starten. Die Fachkräftesicherung sei eines der wichtigsten Themen, um das Wachstum der Wirtschaft und den Wohlstand des Landes mittel- und langfristig zu sichern, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Dienstag in Dresden bei der Vorstellung der Regierungsvorhaben in diesem Jahr. Ziel müsse es sein, Fachkräfte im Land zu halten beziehungsweise ins Land zu locken. „Wir wollen die Sachsen wieder nach Sachsen zurückholen.“

Bei der geplanten Initiative sollen mobile Teams an Bahnhöfen, aber auch an Autobahn-Raststätten und -Parkplätzen Pendler gezielt ansprechen. Tillich betonte, nach wie vor pendelten Menschen, obwohl es in Sachsen entsprechende Arbeitsplätze gebe und die Menschen auch hier gebraucht würden. Vielfach seien die Angebote aber nicht bekannt. „Es ist nicht immer eine Frage des Geldes, sondern auch eine Frage der Kenntnis“, sagte der Regierungschef. Wann die Aktion starten soll, ist noch unklar.

Um den Fachkräftebedarf zu sichern, soll zudem die Zahl der Schulabbrecher in Sachsen verringert werden. Die Regierung will dazu das Angebot an Lerncamps für versetzungsgefährdete Schüler auf den gesamten Freistaat ausweiten.

Tillich bekräftigte zugleich die Absicht der Regierung, gemeinsam mit der Wirtschaft mehr Jobs für ältere Arbeitnehmer in sächsischen Unternehmen zu schaffen. Erklärtes Ziel ist es demnach, angesichts der großen Zahl älterer Arbeitsloser 5.000 Stellen für Arbeitnehmer über 50 Jahre zu schaffen.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere Initiativen der Wirtschaft selbst gegeben, um Fernpendler zurückzuholen. So wirbt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden auf einer entsprechenden Internetseite „Sachse komm zurück“ für die Rückkehr. Wirtschaftsverbände sehen einen Mangel an Fachkräften unter anderem in der Altenpflege und in der Industrie. Bereits jetzt würden Ingenieure dringend gesucht, heißt es. Nach Angaben der Statistiker gibt es derzeit rund 129.000 Sachsen, die in einem anderen Bundesland arbeiten.

Tillich nannte als weitere Schwerpunkte der Regierungsarbeit in diesem Jahr die Modernisierung der staatlichen Verwaltung. Dabei geht es unter anderem um den künftigen Sitz von Finanzämtern und anderen Behörden. Ziel sei mit Blick auf sinkende Einnahmen und eine schwindende Bevölkerung eine leistungsfähige, aber auch künftig bezahlbare Verwaltung. Das Kabinett will dazu nächste Woche abschließend beraten. Tillich kündigte auch an, die Wirtschaftskontakte ins Ausland weiter ausbauen zu wollen. Geplant sind nach den Angaben in diesem Jahr unter anderem Reisen nach Vietnam und China.

dapd

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