Sachsen: Wo Mieter günstigen Wohnraum finden

Die Suche nach einer neuen Wohnung wird von zahlreichen Punkten beeinflusst. So ist nicht nur die Größe der Wohnung relevant, sondern auch deren Lage, Ausstattung und die entstehenden Mietkosten.

Insbesondere der Bereich der Mietkosten spielt für Wohnungssuchende eine entscheidende Rolle, da bezahlbarer Wohnraum zu den wichtigsten Punkten im Leben eines jeden Menschen zählt. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist, dass Mieten in Sachsen sich allgemein auf einem recht niedrigen Niveau bewegen. Hier finden Wohnungssuchende also nicht nur auf dem Land günstigen Wohnraum, sondern auch in Städten.

Eine Statistik, die die Mietentwicklung zwischen den Jahren 2012 und 2013 in deutschen Städten näher beleuchtete, zeigt die vorteilhafte Stellung Sachsens sehr deutlich. Während in Berlin die Mieten für Neuverträge um 3,5 Prozent gestiegen waren, lag dieser Wert in Sachsen bei lediglich 0,8 Prozent. Auch Bestandsmieten, die beispielsweise in Bayern um 1,2 Prozent gestiegen waren, stiegen in Sachsen mit 0,4 Prozent nur geringfügig an. Auch wenn diese Statistik schon einige Zeit zurück liegt, hat sie ihre Aktualität nicht verloren, denn Sachsen liegt in vielen Bereichen weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt, was Mietpreise betrifft.

In der Erhebung des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren zeigten sich dennoch Regionen und Städte, in denen die Mieten in unterschiedlich starker Ausprägung anstiegen. Besonders stark stiegen die Mieten in der Stadt Dresden und ihrer Umgebung an. Weniger stark war die Mietsteigerung in den Regionen:

– Bautzen

– Görlitz

– Leipzig

– Chemnitz

– und Zwickau

Auch in Sachsen entwickeln sich die Mieten kontinuierlich nach oben. Dieser Trend verlief in den vergangenen Jahren jedoch deutlich langsamer als in anderen Regionen Deutschlands. Trotz der starken Mietsteigerungen allgemein haben Wohnungssuchende in Sachsen also weiterhin gute Chancen auf günstigen Wohnraum.

Wer auf der Suche nach einer neuen Wohnung ist, wird oft mit dem Vorurteil der höheren Mietpreise in Städten konfrontiert. In Sachsen jedoch wirkt sich dieses Vorurteil nicht so stark aus wie in anderen deutschen Städten, weswegen auch in Dresden oder Leipzig weiterhin verhältnismäßig günstig gewohnt werden kann.

Im bereits erwähnten Endbericht des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren zeigte sich die Stadt Plauen als besonders kostengünstig. Hier zahlen Mieter im Schnitt etwa 4,16 Euro pro Quadratmeter. Die teuersten Mieten hatten Dresdner mit durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter zu erwarten. Verglichen mit dem Münchner Mietspiegel aus 2015 zeigt sich hier, dass die Mieten in Dresden dennoch auf einem deutlich günstigeren Niveau liegen. In München war praktisch keine Wohnung zu finden, deren Nettomiete unter zehn Euro pro Quadratmeter lag.

Wichtig ist für Wohnungssuchende in Sachsen vor allen Dingen die Neuvertrags-Miete, die im Rahmen eines neuen Mietvertrages festgelegt wird. Hier ergaben sich zumeist Quadratmeterpreise zwischen vier und sechs Euro, wobei nur knapp zehn Prozent der neu vermieteten Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von mehr als sieben Euro vermietet wurden.

Auch in den großen Städten wie Leipzig finden Wohnungssuchende also vergleichsweise günstigen Wohnraum. Wer jedoch weniger als fünf Euro pro Quadratmeter zahlen möchte oder muss, sollte in anderen Regionen auf Wohnungssuche gehen. Aktuelle Wohnungsangebote in Sachsen zu vergleichen, ist hier die beste Möglichkeit, den Markt genauer kennenzulernen. Allein im Netz gibt es dazu verschiedene Portale. So liegen aktuelle Angebote für eine 3-Zimmer-Wohnung laut ImmobilienScout24 je nach Ort und Lage bei durchschnittlich 250 bis 600 Euro.

Selbstverständlich ist auch der Charakter einer Wohnung ausschlaggebend für den letztendlichen Mietpreis. Wer nach Wohnungen im Zentrum großer Städte sucht, muss stets mit höheren Mietpreisen rechnen als im ländlichen Umfeld. Soll bei der Wohnungssuche also vor allen Dingen eine preisgünstige Miete realisiert werden, lohnt sich die Durchsicht aller Angebote in kleineren Städten und auf dem Land.

Der Umzug in ländliche Gebiete sollte jedoch wohlgeplant sein. Müssen die Mieter beispielsweise große Entfernungen mit dem PKW oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, um täglich zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen, so können die hierdurch entstehenden Mehrkosten schwer ins Gewicht fallen. Dann wiederum ist eine geringfügig höhere Miete für eine Wohnung beispielsweise in Dresden durchaus gerechtfertigt.

Auch die Größe und Ausstattung einer Wohnung spielt eine Rolle. Für Familien mit mehreren Kindern, die auf der Suche nach ausreichend großem Wohnraum sind, bedeutet dies jedoch nicht per se höhere Quadratmeterpreise. Einen Anstieg der Preise verursachen vor allen Dingen die besonderen Ausstattungsmerkmale wie Balkon, Tageslichtbad, Einbauküche oder Garten. Mieter mit einem gewissen Anspruch an Komfort und Ausstattung zahlen daher auch in Sachsen höhere Mietpreise, bewegen sich dabei kostenmäßig allerdings oftmals unter dem Bundesdurchschnitt.

Günstigen Wohnraum in Sachsen zu finden, ist also deutlich einfacher als in anderen deutschen Bundesländern. Doch auch hier gilt es, die Unterschiede einzelner Regionen genauer zu beleuchten, denn schon kleine Preisunterschiede können bei einer großen Wohnung für mehrere hundert Euro Preisdifferenz sorgen.