Sachsenderby endet mit einer Überraschung

Es war ein Derby mit allem, was dazu gehört – viel Kampf, ein bisschen Krampf und einer Überraschung.

Denn die favorisierten Bundesliga-Basketballerinnen der BBV Leipzig Eagles verloren am Samstag bei den ChemCats Chemnitz mit 69:79 (34:52), verpassten damit den Anschluss ans obere Tabellendrittel und stehen nun auf dem sechsten Platz. Dabei verschlief das Team von Trainer Ritz Ingram die erste Hälfte und sah sich daraufhin mit einem 18-Punkte-Rückstand konfrontiert. Die folgende Aufholjagd der Adler brachte die Gastgeberinnen zwar arg ins Wanken, wurde letztlich aber nicht belohnt.

„Chemnitz war auf den Punkt da und wir haben schlecht verteidigt“, fasste Nationalspielerin Annika Danckert treffend zusammen. „Dann haben wir ein tolles drittes Viertel gespielt, aber anstatt konzentriert weiterzumachen, haben wir am Ende wieder wilde Sau gespielt.“ Damit sprach sie Ritz Ingram aus der Seele. „Ich bin enttäuscht. Wir sind jetzt da, wo wir vor ein paar Wochen schon mal waren“, kommentierte der Eagles-Coach die völlig unnötige Niederlage. „Ich habe dem Team in der Halbzeit gesagt, dass wir das Spiel gewinnen können. Aber letztlich fehlte wieder die Disziplin.“

Damit meinte der 58-jährige Amerikaner vor allem die Mitte des vierten Viertels. Durch Punkte von Caroline Sterner und Elena Diaz war der BBVL den ChemCats wieder auf den Fersen (60:62, 34.). Doch anstatt sich die Katzen zu krallen, begnügten sich die Adler damit, zum Senkflug anzusetzen und vergaben mehrere gute Möglichkeiten. Die Chemnitzerin Chevon Keith (22 Punkte, 14 Rebounds) hingegen nutzte das chaotische Hin und Her und erhöhte wieder auf 66:60 (35.). Noch einmal konnte Sterner per Dreier kontern. Doch Corrie Fertitta und Martina Bozikov (27 Punkte) antworteten ihrerseits aus der Distanz (72:63, 38.).

Als Cornelia Janzon wenig später äußert umstritten ihr fünftes Foul kassierte und Sterner zwei Freiwürfe vergab, war das Spiel entschieden. Doch verloren haben die Leipzigerinnen die Partie nicht in dieser Phase, sondern schon in den ersten 20 Minuten. „Eine Woche spielen wir gut, die nächste schlecht“, sagte BBVL-Top-Scorerin Caroline Sterner, die mit Neuzugang Lucie Müllerova zu den Lichtblicken des Abends zählte. „Wir müssen mehr Konstanz reinbringen.“

Gelegenheit dazu bietet sich bereits am kommenden Samstag, wenn die Eagles Tabellennachbar BC Marburg (5.) empfangen (19 Uhr, Sporthalle Brüderstraße).