Sachsens Autobahnen sind fit für den Winter

Dresden - Die sächsischen Autobahnmeistereien sind fit für die kalte Jahreszeit.

Bis zum 1. November findet in den sieben Autobahnmeistereien des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) die Vorbereitung auf den Winterdienst statt. Dabei rüsten die Meistereien alljährlich ihre Fahrzeuge um und schließen die Einlagerung von Streusalzvorräten ab.

Staatssekretär Stefan Brangs hat heute mit den verantwortlichen Kollegen des LASuV die Winterdienstabnahme in der Autobahnmeisterei Dresden-Nickern durchgeführt.

»Insgesamt 217 Kollegen befinden sich ab 1. November wieder in der Winterdienstbereitschaft, um für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und einen störungsfreien Verkehrsfluss auf den sächsischen Autobahnen zu sorgen«, so Staatssekretär Brangs. »Den Kolleginnen und Kollegen wünsche ich vor allem unfallfreie Dienste. Für alle Kraftfahrer gilt gleichermaßen: Ausrüstung und Fahrweise sind den Witterungsverhältnissen anzupassen, um Unfälle zu vermeiden!«

Vom 1. November bis zum 31. März stehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Autobahnmeistereien im Dreischichtsystem auf Abruf, um bei Bedarf die derzeit rund 580 Kilometer Autobahnen inklusive Anschlussstellen schnee- und eisfrei zu halten. Hinzu kommen 12 (Tank- und) Rastanlagen sowie 50 Parkplätze mit WC. Das LASuV hat für diese Aufgabe 58 LKW und 42 Kleintransporter im Einsatz.

Für einen effizienten Winterdienst sind frühzeitige und zuverlässige Wettervorhersagen essenziell. Dafür stehen 24 sogenannte Glättemeldeanlagen zur Verfügung. Diese ermitteln an einem vier Meter hohen Mast die Lufttemperatur, die relative Feuchte, die Niederschlagsart und -intensität sowie teilweise auch die Windwerte. Fahrbahnsensoren, auf Autobahnen in der Überholspur beider Fahrtrichtungen eingebaut, ermitteln den Fahrbahnzustand, die Oberflächentemperatur, die Wasserfilmhöhe sowie den Restsalzgehalt, aus dem dann die Gefriertemperatur bestimmt wird. Alle Daten werden in der Streckenstation aufbereitet und über das autobahneigene Netzwerk zusammengefasst und verteilt. Diese Daten nutzt auch der Wetterdienst, der im Gegenzug detaillierte Straßenwettervorhersagen und Unwetterwarnungen zur Verfügung stellt.

Für die Bundesautobahnen im Freistaat sind derzeit insgesamt 27.600 Tonnen Salz eingelagert. Im Winter 2018/2019 lag der Taustoffverbrauch bei insgesamt 20.920 Tonnen, im Winter 2017/2018 bei 17.190 Tonnen. Der bisher höchste Taustoffverbrauch seit 2007 wurde mit 55.810 Tonnen im Winter 2012/2013 verzeichnet. Zum Einsatz kommt auf Sachsens Autobahnen insbesondere die sogenannte Feuchtsalztechnologie. Feuchtsalz haftet auf reif- und eisglatter Fahrbahn besser als Trockensalz und setzt dazu den Auftauprozess schneller in Gang. Feuchtsalz entsteht durch Anfeuchten des trockenen Auftausalzes mit Salzlösungen (Sole). Durch die schnellere Wirkung und die geringeren Wehverluste ist bei Feuchtsalz die Verwendung geringerer Mengen Auftausalz bei gleichzeitiger höherer Wirksamkeit möglich. Das spart Kosten und schont die Umwelt.

Für die Bundes- und Staatsstraßen liegt die Aufgabe in der Verantwortung der Landkreise und kreisfreien Städte, denen die Straßenunterhaltung und –instandsetzung, zu der auch der Winterdienst gehört, obliegt.