Sachsens Highlights sportlich (neu) erleben

Sachsen ist weithin bekannt für seine lange zurückreichende Kulturgeschichte, für seine Kunst, seine Architektur und seine Musik, für Handwerk mit Tradition. Faszinierende Städte wie Dresden, Leipzig und Chemnitz sind eingefasst von schönsten Landschaften, gespickt mit Schlössern, Burgen und Gärten. Wer glaubt, all das schon zu kennen, sollte sich vielleicht einmal auf neuen Wegen auf die Erkundungstour durch den Freistaat machen. Beim sportlichen Aktivurlaub sorgen schon die möglichen Perspektivwechsel für ein gänzlich neues Sachsen-Erlebnis.

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Viel mehr als nur Sandsteinfelsen: Sachsen hat Aktivurlaubern eine Fülle lohnenswerter Ziele zu bieten.

Ein sportliches Erlebnis

Dass Sachsen eine Vielzahl an kulturellen Höhepunkten zu bieten hat, ist unbestritten und muss eigentlich gar nicht weiter auseinandergesetzt werden. Was viele Besucher des Landes über die Schätze von Dresden und Leipzig und so fort aus den Augen verlieren, sind die nicht minder wertvollen Landschaften des Freistaates. Die Elbe, die Sächsische Schweiz, das Erzgebirge und die Lausitzer und Leipziger Seenlandschaften sind aber nicht nur überaus hübsch anzuschauen, sie bieten auch vielerlei Gelegenheit, sie auf sportliche Art und Weise zu erkunden.

Die Sportverbundenheit der Sachsen selbst lässt sich übrigens an den beiden Messen ablesen, die in Dresden stattfinden und sich rund um das Thema körperliche Aktivität drehen. Im kommenden März können Interessierte daher auf der Aktiv& Vital oder der abenteueroutdoor auf die Suche nach neuen Trends begeben. Beide Messen finden übrigens zeitgleich vom 10. bis zum 12. März 2017 statt.

Wer sich also nicht recht entscheiden kann zwischen mehr gesundheitlich-präventiver orientierter Aktivität oder einem eher abenteuerlastigerem Ansatz, wird hier gleichermaßen fündig und kann sich gleich für den Aktivurlaub vor den Toren der Messe rüsten. 

Hoch zu Rad

Eine der schönsten Möglichkeiten, den Freistaat aus eigener Kraft zu bereisen, ist das Nutzen des Fahrrads. Die Voraussetzungen dafür könnten besser nicht sein, dass sie es trotzdem noch werden, ist allerdings schon in Planung. Soll heißen, das SachsenNetz Rad soll zukünftig mehr als 5.000 Kilometer Radwege umfassen, aufgeteilt auf Fernwege, regionale Hauptrouten und einige Strecken mehr. Inmitten der sächsischen Landschaften kann also entsprechend viel Zeit auf dem Rad verbracht werden, was für das Urlaubserlebnis optimal, für die Ausrüstung jedoch eine Herausforderung sein kann. Immerhin gilt es, sich auf alle Eventualitäten einzustellen, seien sie wetterbedingt (wasserdichte Packtaschen und Regenbekleidung), bürokratischer (wichtige Ausweisdokumente und Papiere) oder biologischer (Krankheiten) Natur. Vorbeugend sollte auch in puncto Sicherheit beim Fahrradfahren gehandelt werden. Mit behelmten Kopf lassen sich die landschaftlichen Schönheiten, die eben oft genug in bergigere Gefilde führen, wesentlich gelassener erkunden, sofern neben den Sicherheitsaspekten auch Tragekomfort und Passform entscheidend berücksichtig werden. Der sicherste Helm nützt nun mal wenig, wenn man ihn, weil er drückt, nach drei Kilometern an die Lenkstange hängt. Da es an dieser Stelle kaum zu schaffen ist, alle Highlights und die Wege, die zu ihnen führen, aufzuführen, muss sich die nachfolgende Liste gezwungenermaßen auf ausgewählte prominente Vertreter und die eine oder andere vielleicht weniger bekannte, aber nicht weniger attraktive Route beschränken.

Einmal von der Quelle bis zum See: Der Spree-Radweg

Auf dem Spree-Radweg ließe sich theoretisch weit mehr erkunden, als nur die sächsischen Landschaften, denn der Weg reicht von der Spreequelle (oder richtiger: einer der drei Spreequellen) bis zu ihrer Mündung in die Havel. Daher auch die Kennzeichnung der Teilabschnitte mit Spree und Brandenburger Tor. Bevor der Ausflug aber tatsächlich bis in die Hauptstadt fortgesetzt wird, bietet schon der Teilabschnitt bis zu brandenburgischen Grenze auf rund 120 Kilometern einige (landschaftliche) Abwechslung.

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Malerische Altstadtkulisse am Spree-Radweg: Rathaus und Burg von Bautzen laden unbedingt zum Verweilen ein.

Ausgehend von der Quelle am Kottmar geht es zunächst durch den Naturpark Zittauer Gebirge, woran das Oberlausitzer Bergland anschließt. Unterwegs warten neben den typischen Umgebindehäusern außerdem die Taubenheimer Sonnenuhren, das „Reiterhaus“ in Neusalza-Spremberg, die barocke Kirche von Schirgiswalde und schließlich die Stadt Bautzen – ein guter Grund, für eine längere Pause, selbst wenn sie körperlich noch nicht zwingend notwendig sein sollte.

Danach kann das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft dann kommen, bevor es hinein geht in die Lausitzer Seenlandschaft. Die ist übrigens nicht nur wegen der Landschaft interessant, sondern auch als Heimat für seltene Tiere und Pflanzen.Es ist in jedem Fall einiges geboten auf dem sächsischen Teilstück des Spree-Radweges, auf dem sich das Land in ganz typischer Weise präsentiert.

Bilderbuch Sachsen: Die Mittelland-Route

Noch länger als der Spree-Radweg ist die Mittelland-Route. Sie verbindet allerdings auch den östlichsten Punkt Deutschlands mit dem westlichsten und durchquert dabei noch drei weitere Bundesländer. In Sachsen geht es vom Ausgangspunkt des Fernradwegs  in Zittau, im Dreiländereck zwischen Tschechien, der Schweiz und Deutschland immer in Richtung Westen.

Nach dem Start und den ersten Kilometern durch das Zittauer Gebirge geht es bei Ebersbach für ein kurzes Stück auf dem Spree-Radweg weiter, bevor der Weg wieder Richtung Westen führt. Entlang der Route warten mitNeustadt, der Burg Stolpen und dem Richard-Wagner-Denkmal einige historisch wertvolle Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz, auf dem weiteren Weg locken Schloss Pillnitz im sächsischen Elbland und nicht zuletzt – Dresden!

Alles, was Sachsen zu bieten hat: Der Elbe-Radweg

Eine andere Route, aber dasselbe Ziel – Dresden ist nicht nur das Highlight der Mittelland-Route, sondern auch einer der Höhepunkte entlang des Elbe-Radwegs. Das mag angesichts der Schönheit der Stadt und allem, was sie zu bieten hat, despektierlich klingen, aber die Wahrheit ist in der Tat, dass der Elbe-Radweg eine lange Aneinanderreihung sehens- und bestaunenswerter Orte, Städte und Landschaften ist. Da muss die sächsische Landeshauptstadt auch einmal damit leben können, dass auf den insgesamt mehr als 1.200 Kilometern Konkurrenz vom Range Prags oder Hamburgs um die Gunst der Radler buhlt.

Selbst auf dem Abschnitt, der „nur“ durch Sachsen führt, gibt es neben dem stolzen Elbflorenz durchaus noch weit mehr zu entdecken. Angefangen von denFelsen der Sächsischen Schweiz, über und durch die Elbwiesen bis hinein in das Meißner Spaargebirgewartet der Genuss entlang des ganzen Weges. Wobei – ganz so weit muss es eigentlich gar nicht gehen: Der Abschnitt N von Meißen nach Heidenau umfasst zwar nur eine überschaubare Länge von 42 Kilometern. Aber die prominenten Stationen auf dieser Strecke – Meißen, Radebeul, Dresden, Coswig und Heidenau – alleine reichen schon aus für eine ausgedehnte Tour. Unter anderem auch, weil aufs Beste für das leibliche Wohl der Radler gesorgt ist, da können die Pausen gerne etwas länger und häufiger ausfallen.

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Porzellan, Wein und die direkte Nachbarschaft zur Elbe – all das und noch einiges mehr macht die Stadt Meißen zu einem Must-See auf dem Elbe-Radweg.

  • Für Auge und Ohren: Der Musikanten-Radweg

Alternativ zum Radeln entlang der Fernwege besteht vielerorts die Möglichkeit, sich die Schätze Sachsens auf Rundwegen zu Gemüte zu führen, oft genug unter einem bestimmten Motto. So führt der Musikanten-Radweg auf rund 100 Kilometern zu den Highlights des „Vogtländischen Musikwinkels“. Von kurios (wie einige der Stücke aus dem Musikinstrumente-Museum von Markneukirchen) über rockig (Gitarrenliebhaber werden im Framus-Museum auf ihre Kosten kommen) bis hin zu nostalgisch (in Hüttels mechanischer Musikwerk-Ausstellung in Wohlhausen) reicht die Palette an musikalischen Sehenswürdigkeiten.

Daneben gibt es auf dem Rundweg Stationen an wichtigen Orten des Instrumentenbaus, wie etwa das schon erwähnte Markneukirchen, das zugleich auch das Zentrum des deutschen Orchesterinstrumentenbaus ist. Wer stattdessen lieber einen Überblick über die Landschaft gewinnen möchte, hat dazu in der Aussichtskapsel der Skisprungschanze in Klingenthal die Gelegenheit.

  • Zauberhaft: Der Krabat-Radweg

Mehr literarischer Natur ist die Grundlage für den Krabat-Radweg. Die Geschichte, abgeleitet von der gleichnamigen sorbischen Sage, wurde schon 1971 von Otfried Preußler zu Papier gebracht. Auf diesem Radrundweg können neben den wichtigen Orten, die Eingang in Sage und Geschichte gefunden haben, besichtigt werden – allen voran die Mühle von Schwarzkollm, um die sich dabei alles dreht. Abgerundet wird die etwa 80 Kilometer lange Tour durch verschiedene Sehenswürdigkeiten der Oberlausitz, etwa das Zisterzienserinnen-Kloster von St. Marienstern. Noch mehr Literatur wartet übrigens im Lessing-Museum im Kamenz.

  • Nicht nur über Land: Per Rad durch Leipzig

Wer ohnehin mit dem Fahrrad durch Sachsen tourt, kann sein Gefährt in Leipzig gleich für eine der verschiedenen Stadtrundfahrten bereithalten – das geht selbstverständlich aber auch ohne ein eigenes Rad. Die von lipzitours angebotenen geführten Radtourenzeigen Leipzig gewissermaßen von allen Seiten und in all seinen Facetten. Je nach Geschmack können also entweder das Zentrum oder eventuell sogar das Umland erkundet werden, die thematisch orientierten Touren bieten in jedem Fall genügend Abwechslung – und eine umweltschonende und zugleich schnelle Art des Sightseeings.

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Die Nikolaikirche ist nur eine von Leipzigs Sehenswürdigkeiten, die sich auch gut mit dem Fahrrad erreichen lassen.

Gut zu Fuß

Ebenfalls umweltschonend, dafür vielleicht etwas gemächlicher beim Vorankommen, geht es beim Wandern zu. Kaum überraschend gibt es natürlich auch für diejenigen, die lieber festen Boden unter den Füßen haben und den Weg wirklich spüren möchten, eine Vielzahl von Möglichkeiten – die sächsische Landschaft ist schließlich wie dafür gemacht, erwandert zu werden.

Dresden erlaufen: Sightrunning in der Residenzstadt

Es muss aber auch nicht immer das klassische Wandern sein, wenn die Umgebung zu Fuß besichtigt werden soll. In Dresden etwa können Laufbegeisterte dem inzwischen vielerorts verbreiteten Trend folgen, die obligatorische Stadtbesichtigung direkt mit einer Trainingseinheit zu verbinden. Allerdings in einem Tempo, bei dem die Schokoladenseiten der Stadt und die dazu passenden Erklärungen nicht zu kurz kommen.

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Dresden macht aus jeder Perspektive eine gute Figur und beim Sightrunning kommt sicher noch die eine oder andere neue Ansicht zum Vorschein.

Neben dem sportlichen Aspekt und der Gelegenheit, recht schnell recht viel von Dresden zu sehen zu bekommen, bietet das Sightrunning zugleich die Möglichkeit, die Stadt einmal aus ganz anderen Perspektiven zu erblicken. Wer mag und konkrete Wünsche hat – auch die sind kein Problem und können bei der Festlegung der Route individuell berücksichtigt werden.

Auf den Spuren der Kunst: Der Maler-Weg und der Caspar-David-Friedrich-Weg

Nur wenige Künstlernamen stehen derart sinnbildlich für eine Epoche wie Caspar David Friedrich für die deutsche (Früh-)Romantik. Seinen Beitrag zur Kunst als Disziplin leistete er dadurch, dass seine Werke ganz im Sinne einer bestimmten Bildidee stehen, der die Bildkomposition daher folgen muss. Dennoch greifen die Gemälde immer wieder Landschaftsausschnitte auf, die einen durchaus realen Ursprung haben – und die sind nicht nur in der gemalten Variante, sondern auch als Originale überaus sehenswert. Kaum verwunderlich also, dass dem Maler und einigen seiner in der Sächsischen Schweiz zu findenden Motive ein eigener Rundwanderweg gewidmet ist.

Der ermöglicht es den Wanderern, auf den Spuren Friedrichs zu wandeln und auf dem knapp 15 Kilometer langen Rundweg an zehn Stationendie Landschaft einmal aus der Perspektive des Künstlers zu betrachten. Ausgehend vom Startpunkt im Bad Schandauer Ortsteil Krippen klären entlang des Weges (der führt eine kurze Strecke über den Elbe-Radweg und über den Mittelhang-Weg) verschiedene Informationstafeln über die Hintergründe zwischen den Landschaftsmotiven – etwa dem Liliensteinblick, dem Steinbruchmotiv, die Felsen des Hirschgrundes, die Vorlagen für Friedrichs Baumstudien und einige weitere mehr – und der künstlerischen Verarbeitung auf. Nebenbei können die Aussichten auf die Kaiserkrone und vom Wolfsberg genossen werden, bevor der Weg wieder zurück nach Krippen führt.

Der Wanderweg ist als mittelschwer eingestuft, ist also grundsätzlich ohne größere Anstrengungen zu bewältigen. Sollten die doch einmal überhand nehmen, liegen am Weg ausreichend (gastronomische) Möglichkeiten, um für die Regeneration zu sorgen. Oder eben ganz romantisch im Freien zu Picknicken.

Abwechslungsreiches Vogtland: Der Vogtland-Panorama-Weg

Eine deutlich größere Herausforderung ist im direkten Vergleich der Vogtland-Panorama-Weg. Obwohl der Vergleich mit dem Caspar-David-Friedrich-Weg natürlich mehr als nur ein wenig hinkt, was vor allem an der schieren Länge des Panorama-Rundwegs liegt – beeindruckende 225 Kilometer warten auf die Wanderer. Die allerdings lohnen ungemein und müssen, keine Sorge, nicht am Stück absolviert werden. Die einzelnen Teilstücke sind zwischen 12 und 24 Kilometern lang und für geübte Wanderer gut zu bewältigen.

Der „VPW“ ist übrigens als Qualitätswanderweg ausgezeichnet(zusammen mit vier weiteren Wanderwegen: dem Höhensteig Klingenthal, dem Talsperrenweg Zeulenroda, dem Kammweg und dem Elsterperlenweg) und nicht zuletzt deshalb ein sehr beliebtes Ziel für einen Aktivurlaub in Sachsen. Tatsächlich lässt sich für jeden, der sich auf diesem Weg auf die Rundreise durch die vogtländischen Landschaften begibt, etwas Interessantes entdecken. Der Einstieg ist dabei schon sehenswert genug, denn los geht es an der Göltzschtalbrücke, die immerhin die Auszeichnung als größte Ziegelsteinbrücke der Welt innehält.

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Markiert Anfang und Ende des Rundwegs durch das Vogtland: Die Göltzschtalbrücke, die weltweit größte Brücke aus Ziegelstein.

Anschließend lässt der Weg im Prinzip kein Highlight aus, über den Köhlersteig führt er durch die Vogtländische Schweiz, vorbei an Plauen, mitten durch das Burgsteingebiet, vorbei an den Talsperren Pirk und Oelsnitz und hinein die sächsische Bäderregion mit den Sächsischen Staatsbädern Bad Elster und Bad Brambach. Der Panorama-Weg erlaubt außerdem einen weiteren Abstecher in den „Musikwinkel“, sofern der nicht schon mit dem Rad ausgiebig erkundet wurde. Gewissermaßen auf dem Rückweg winkt noch die Einkehr in Wernesgrün, das für sein Bier weithin bekannt ist. Als Abschluss wartet nach der Ritterburg von Mylaueinmal mehr die Göltzschtalbrücke.

Zum Wohle: Der Sächsische Wein-Wanderweg

Auf dem Sächsischen Wein-Wanderweg lässt sich aufs Beste das Angenehme mit dem ebenso Angenehmen verbinden: Auf den knapp 90 Kilometern zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz – die übrigens auch als Tagesetappe für Ausflugswanderer oder für Ausdauerndere als Rundwanderweg absolviert werden können – gibt es nämlich die besten Lagen der Sächsischen Weinstraße zu entdecken.

Und das bedeutet eben nicht nur wunderbare Landschaften mit ihren Weinbergen und den barocken Elbschlössern. Es bedeutet auch nicht allein grandiose Ausblicke auf die Flusslandschaft, die sich zwischen Dresden und Pillnitz immer wieder bieten. Es bedeutet, entlang der Strecke auch die Erzeugnisse der Weinstraße kennenlernen zu können. Eine ideale Verbindung von Wanderfreuden und regional geprägtem Geschmackserlebnis.So bietet der Wein-Wanderweg tatsächlich von allem nur das Beste für seine Besucher. Um das möglichst zur Gänze auskosten zu können, empfiehlt es sich daher schon, ein wenig Zeit mitzubringen.

In luftige Höhen

Wandern und Radeln, schön und gut – aber Sachsen hat für Outdoor-Sportler mit einem Hang zu etwas mehr Nervenkitzel selbstverständlich auch etwas zu bieten. In erster Linie nämlich die Sächsische Schweiz mit dem Elbsandsteingebirge. Hier wurde das Freeclimbing geboren und zwar gewissermaßen aus der Not heraus. Denn die Sandsteinfelsen, von denen hier mehr als 1.100 in die Höhe ragen, sind in ihrer formenreichen Vielfalt nicht nur ein bemerkenswertes Stück Natur, sondern eben auch recht empfindlich und schutzbedürftig.

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Jederzeit ein majestätischer Anblick, die Höhen der Sächsischen Schweiz.

In der gesamten Nationalparkregion Sächsische Schweiz gelten deshalb strenge Regeln: Sicherungsmittel aus Metall sind nicht gestattet, Sicherungsringe dürfen nur bei Erstbegehungen angebracht werden und selbst chemische Hilfsmittel sind verboten. Zu groß ist die Gefahr, die Felsoberfläche zu verändern oder gar zu zerstören. Da werden sowohl das Klettern als auch das Absichern zu einer anspruchsvollen Herausforderung.

Allerdings eine, die sich unbestritten lohnt und die auch gerne in Anspruch genommen wird. Über 21.000 verschiedene Kletterwege durchziehen die Sandsteinfelsen, die verschiedenen Schwierigkeitsgrade machen das Klettererlebnis für nahezu jeden möglich. Um auch wirklich den richtigen Felsen zu finden, können die Kletterführer zu den einzelnen Klettergebieten zu Rate gezogen werden. Die Einteilung der Sächsischen Schweiz in Gebiete mit unterschiedlichen Anforderungen (sei es wegen der Beschaffenheit des Felsens oder aufgrund der Art des Kletterns) ist dabei eine gute Orientierungshilfe.

Die wichtigsten – im Sinne von die beliebtesten – Teilgebiete sind:

  • Rathen/Bastei:Mit dem „Mönch“, der „Lokomotive“ und dem „Höllenhund“ finden sich unter den insgesamt 148 Gipfeln des Rathener Gebietes einige sehr bedeutende. Das bedeutet natürlich auch, dass dieses Gebiet recht stark frequentiert ist. Naturschutzvorgaben sollten hier in besonderem Maße eingehalten werden, denn die Gipfel liegen in der Kernzone des Nationalparks.
  • Schrammsteine: Ähnlich wie in Rathen gehören viele der 80 Gipfel unter den Schrammsteinen zu den bekannteren. Beliebt ist das Gebiet zum einen wegen der tollen Ausblicke, zum anderen wegen der nicht weniger tollen Bedingungen für Riss- und Kaminkletterer.
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Die Schrammsteine gehören zu bekanntesten und auch beliebtesten Zielen für Kletterer, die im Elbsandsteingebirge die Herausforderung suchen

  • Affensteine: 119 Gipfel, die nicht nur wegen ihrer langen Wege zu den schwierigsten des Elbsandsteingebirges gehören.
  • Schmilka/Heringsgrund: Die 127 Gipfel von Schmilka beeindrucken in erster Linie durch ihre langen Wege – aber eben auch durch die Ausblicke, die sich von den großen Gipfeln für die erfolgreichen Kletterer eröffnen.
  • Bielatal: Hier finden sich die meisten Klettergipfel und die hohe Zahl (insgesamt 239) macht es möglich, dass hier für jede Ambition etwas Passendes dabei ist. Von allen Teilgebieten ist das Bielatal daher auch das kinderfreundlichste.

Das ist selbstverständlich nur eine wirklich kleine Auswahl der Möglichkeiten, die das Elbsandstein für passionierte Kletterer bietet. Jede von ihnen ist einzigartig, sowohl landschaftlich wie auch als Aufgabe – und deswegen lohnt das Rückkehren immer. Zu entdecken bleibt jedenfalls noch genug.

 

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