Sachsens Ministerpräsident würdigt Alojs Andritzki als Vorbild

Stanislaw Tillich nahm am Pfingstmontag in Dresden an dem Gottesdienst zur Seligsprechung teil und würdigt den Theologen mit einer Fürbitte in sorbischer Sprache. Den Wortlaut lesen Sie hier im Internet unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat den
von den Nationalsozialisten ermordeten Geistlichen Alojs Andritzki als
Vorbild für heutige und kommende Generationen gewürdigt. Auch in
extremer Lage sei er zu seinem christlichen Glauben und seinen
Überzeugungen gestanden. Der Ministerpräsident nimmt am Pfingstmontag an
dem Gottesdienst zur Seligsprechung teil und würdigt den Theologen mit
einer Fürbitte in sorbischer Sprache.

Anlässlich der Seligsprechung Andritzkis sagt der Ministerpräsident in
Dresden: „Er hat in der Zeit der menschenverachtenden 
nationalsozialistischen Diktatur unerschütterlich zu seinem Glauben
gestanden, und er hat seine christlichen Werte niemals verleugnet. Alojs
Andritzki ist daher ein großes Vorbild für mehr Menschlichkeit und
Nächstenliebe“.

Mit dem ermordeten Kaplan wird erstmals Sorbe aus Sachsen
seliggesprochen und kann somit als Seliger verehrt werden. Den
Ministerpräsidenten macht dies stolz:

„Bis in den Tod hinein war ihm sein fester Glaube ein Fels. Noch in der
Haft setzte er sich selbstlos für Mithäftlinge ein. Sachsen und die
Sorben können stolz darauf sein, dass das seltene Ereignis einer
Seligsprechung 2011 in Dresden stattfindet, und einem sorbischen Kaplan
aus Radibor gilt, der im Konzentrationslager Dachau als Märtyrer
gestorben ist“, sagt Tillich. 

Die Anerkennung des aus der Oberlausitz stammenden Andritzki als
Märtyrer nach zwölfjährigem Prüfverfahren ist eine Premiere in der
1.044-jährigen Geschichte des sächsischen Bistums. Die Urne mit der
Asche Andritzkis war bereits am 5. Februar in einer feierlichen
Prozession in die Dresdner Kathedrale überführt worden.

Hintergrund:

Andritzki wurde 1914 in Radibor geboren. Er studierte Theologie in
Paderborn und empfing 1939 in Bautzen die Priesterweihe. Anschließend
wirkte er als Jugendseelsorger, Hofkirchenkaplan und Präses der Dresdner
Kapellknaben. Wegen seines offenen Auftretens gegen die 
nationalsozialistische Ideologie wurde er 1941 von der Gestapo
verhaftet, verurteilt und ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Am 3.
Februar 1943 wurde der an Typhus erkrankte Theologe mit einer
Giftspritze getötet.

Im Gottesdienst spricht Ministerpräsident Tillich folgende sorbischsprachige Fürbitte zur Seligsprechung Andritzkis:

Alojs je młodych ludźi zahorjał: Spožč našej młodźinje dobrych
přewodźerjow, kotřiž z jich rěču rěča a jich za to zahorja, zo njepytaja
sebje samych zachować, ale so wo dobru zhromadnosć ludźi zasadźeja.

(Alojs hat die jungen Menschen begeistert: Schenke unserer Jugend gute
Weggefährten, die ihre Sprache sprechen und begeistern können für ein
Leben, das sich nicht aufspart, sondern einsetzt für das Miteinander der
Menschen).

Quelle: Medienservice Sachsen

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